Trichinella papuae
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LoslegenEnglisch: Trichinella papuae
Definition
Trichinella papuae ist eine nicht-kapselbildende Art der Nematodengattung Trichinella. Sie zählt zu den Erregern der Trichinellose. Der Erreger wurde erstmals 1999 anhand von Muskellarven aus Hausschweinen und Wildschweinen in Papua-Neuguinea beschrieben.[1]
Taxonomie
- Stamm: Nematoda (Fadenwürmer)
- Klasse: Adenophorea
- Unterklasse: Enoplea
- Ordnung: Trichocephalida
- Familie: Trichinellidae
- Gattung: Trichinella spp.
- Art: Trichinella papuae
- Gattung: Trichinella spp.
- Familie: Trichinellidae
- Ordnung: Trichocephalida
- Unterklasse: Enoplea
- Klasse: Adenophorea
Morphologie
Die Muskellarven (L1) von Trichinella papuae bilden im Wirtsmuskel keine typische Kollagenkapsel aus.[1] Die Gesamtlänge der Muskellarve übertrifft die der ebenfalls nicht-kapselbildenden Art Trichinella pseudospiralis um etwa ein Drittel.[1]
Lipidomische Analysen der Muskellarve identifizierten über 400 Lipidkomponenten, von denen ein erheblicher Anteil im menschlichen Stoffwechsel nicht vorkommt. Dies deutet auf parasitenspezifische Stoffwechselwege hin, die als mögliche Angriffspunkte neuer Antiparasitika untersucht werden.[2]
Vorkommen
Geografische Verbreitung
Trichinella papuae ist in der australasiatischen Region und in Südostasien verbreitet. Nach dem Erstnachweis in Papua-Neuguinea wurden mehrere Humanausbrüche in Thailand beschrieben. 2017 trat in Kambodscha ein schwerer Ausbruch auf.[3]
Wirtsspektrum
Das wesentliche Reservoir bilden domestizierte und wildlebende Schweine. Auch in Salzwasserkrokodilen (Crocodylus porosus) aus Papua-Neuguinea wurde der Erreger nachgewiesen.
Übertragung
Die Infektion des Menschen erfolgt oral durch den Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem, larvenhaltigem Muskelfleisch. Nach Aufnahme entwickeln sich die Larven im Dünndarm zu adulten Würmern, die Neugeborenenlarven freisetzen. Diese gelangen über den Blut- und Lymphweg in die quergestreifte Muskulatur, wo sie zu infektiösen Muskellarven heranreifen und den Zyklus schließen.
Nachweis
- Direkter Erregernachweis: Muskelbiopsie zur Isolierung und Quantifizierung der Larven. Der Nachweis nicht-kapselbildender Larven erfolgt histopathologisch im Muskelgewebe.
- Serologie: ELISA zum Nachweis spezifischer IgM- und IgG-Antikörper[3] Ergänzend kann ein Western Blot erfolgen.[4]
Zur Speziesbestimmung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
- Multiplex-PCR
- Sequenzierung der intergenischen 5S-rDNA-Region
- Pyrosequencing der mitochondrialen LSU-rRNA zur Differenzierung von Trichinella spiralis, Trichinella pseudospiralis, Trichinella papuae und Trichinella zimbabwensis.[5]
Eine Anzucht auf zellfreien Nährmedien ist nicht möglich, da Trichinella obligat parasitisch lebt
Klinik
Die durch Trichinella papuae verursachte Trichinellose verläuft analog zur Infektion mit anderen Trichinella-Arten. Im Vordergrund stehen Myalgien, faziale oder periphere Ödeme, Fieber und allgemeine Schwäche. Laborchemisch finden sich eine Eosinophilie sowie erhöhte Werte der Creatinkinase und der Aspartat-Aminotransferase.[3]
Cave: Eine ausgeprägte Trichinellose kann insbesondere bei hoher Larvenlast tödlich verlaufen.
Mittel der Wahl sind Benzimidazole wie Mebendazol und Thiabendazol. Beide sind jedoch gegen die Muskellarven nur eingeschränkt wirksam und mit relevanten Nebenwirkungen behaftet, weshalb die Entwicklung alternativer Wirkstoffe – etwa auf Basis parasitenspezifischer Stoffwechselwege – Gegenstand aktueller Forschung ist.[2]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Pozio et al., Trichinella papuae n.sp. (Nematoda), a new non-encapsulated species from domestic and sylvatic swine of Papua New Guinea, Int J Parasitol, 1999
- ↑ 2,0 2,1 Mangmee et al., Lipid profile of Trichinella papuae muscle-stage larvae, Sci Rep, 2020
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Caron et al., Human Outbreak of Trichinellosis Caused by Trichinella papuae Nematodes, Central Kampong Thom Province, Cambodia, Emerg Infect Dis, 2020
- ↑ Gómez-Morales et al., Differentiation of Trichinella species (Trichinella spiralis/Trichinella britovi versus Trichinella pseudospiralis) using western blot, Parasit Vectors, 2018
- ↑ Sadaow et al., Molecular differentiation of Trichinella spiralis, T. pseudospiralis, T. papuae and T. zimbabwensis by pyrosequencing, J Helminthol, 2015