Multiplex-PCR
Englisch: multiplex PCR
Definition
Die Multiplex-PCR ist eine Variante der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), bei der in einem Reaktionsansatz mehrere unterschiedliche Primer gleichzeitig eingesetzt werden. Dadurch können mehrere Zielsequenzen parallel amplifiziert und nachgewiesen werden.
Formen
Sonderformen bzw. technologische Weiterentwicklungen umfassen u.a.:
Prinzip
Im Unterschied zur Singleplex-PCR enthält die Multiplex-PCR mehrere Primer gegen verschiedene Zielregionen. Die entstehenden Amplifikate müssen sich entweder in ihrer Fragmentlänge unterscheiden, damit sie z.B. mittels Gelelektrophorese oder Kapillarelektrophorese getrennt werden können, oder sie werden bei einer Real-Time-PCR über unterschiedlich markierte Sonden getrennt detektiert.
Anwendungsgebiete
Die Multiplex-PCR wird insbesondere eingesetzt bei:
- Infektionsdiagnostik zum simultanen Nachweis mehrerer Erreger
- genetischer Diagnostik
- Onkologie und molekularen Markeranalysen
- Forensik und STR-Analytik
- Lebensmittel-, Umwelt- und Veterinärdiagnostik
Vorteile
Die Multiplex-PCR erhöht die Effizienz der Analyse. Dadurch lassen sich Zeit, Kosten und Reagenzien einsparen, während gleichzeitig weniger Probenmaterial benötigt wird.
Nachteile
Die Multiplex-PCR ist methodisch anspruchsvoller als die konventionelle PCR, da die gleichzeitige Verwendung mehrerer Primer eine sorgfältige Optimierung der Reaktionsbedingungen erfordert. Es besteht ein erhöhtes Risiko für unspezifische Amplifikationen sowie die Bildung von Primer-Dimeren. Darüber hinaus können sich die verschiedenen Zielsequenzen gegenseitig in ihrer Amplifikation beeinflussen, sodass einzelne Targets bevorzugt verstärkt werden, während andere nur schwach oder gar nicht nachweisbar sind. Dies kann die Sensitivität und Spezifität einzelner Nachweise beeinträchtigen und erschwert die Standardisierung der Methode.