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Großhirn

(Weitergeleitet von Telencephalon)

von altgriechisch: tele (τῆλε) - fern, egkephalos (ἐγκέφαλος) - Gehirn
Synonyme: Endhirn, Telencephalon, Cerebrum
Englisch: cerebrum


1 Definition

Das Groß- oder Endhirn bildet mit ungefähr 80% den größten Teil des menschlichen Gehirns und den differenziertesten des Zentralnervensystems. Es ist verantwortlich für viele Denk- und Handlungsprozesse, die den Menschen von anderen Lebewesen unterscheiden.

2 Äußere Gliederung

Das Großhirn liegt kranial dem Schädeldach an und kaudal der vorderen und mittleren Schädelgrube auf. Durch den Interhemisphärenspalt (Fissura longitudinalis cerebri) ist es in zwei Halbkugeln (Hemisphären) getrennt. Die Oberfläche des Großhirns ist stark gefurcht, was der Oberflächenvergrößerung dient. Von den daraus entstehenden Furchen (Sulci) und Windungen (Gyri) sind von außen gesehen der Sulcus centralis, der den Frontal- vom Parietallappen trennt, und der Sulcus lateralis, der den Frontal- und den Parietallappen vom Temporallappen trennt, besonders prominent. Anhand der Windungen und Furchungen lässt sich das Großhirn in einzelne Lobi cerebri gliedern:

3 Innere Gliederung

3.1 Rinde (Cortex cerebri), graue Substanz

Der Cortex kann entwicklungsgeschichtlich (phylogenetisch) in unterschiedlich alte Abschnitte unterteilt werden:

Weiterhin werden histologisch zwei Teile unterschieden, die wiederum in mehrere Schichten unterteilt werden können:

Ebenfalls unter histologischen Gesichtspunkten teilte Korbinian Brodmann die Großhirnrinde in 52 sog. Brodmann-Areale ein.

3.2 Mark, weiße Substanz

Als weiße Substanz werden die Anssammlungen von Fasern bezeichnet, die Nervenbahnen bilden. Man unterscheidet zwischen

Der Cortex wird mit der nach innen folgenden weißen Substanz als Großhirnmantel (Pallium) zusammengefasst.

3.3 Subkortikale Kerngebiete

Neben der Großhirnrinde befinden sich graue Substanz auch eingelagert in der weißen Substanz des Palliums. Zu den wichtigsten subkortikalen Kerngebieten gehören:

4 Kortikale Zentren

Die Hirnlappen enthalten jeweils funktionell übergeordnete Rindenzentren. Man unterscheidet zwischen den primären Kernfeldern, sekundären Rindenfeldern und Assoziationsfeldern.

In Nachbarschaft zu den primären Kernfeldern liegen jeweils entsprechende Sekundär- und Assoziationsfelder, in denen einlaufende Reizinformationen unter Berücksichtigung abgespeicherter Gedächtnisbilder bewertet werden, sodass ein bewusster Sinneseindruck entsteht.

5 Weblinks

  • Atlas des menschlichen Gehirns
  • Drenckhahn D.: Benninghoff, Anatomie, Makroskopsiche Anatomie, Embryologie und Histologie des Menschen, Band 2, 16. Auflage. Urban und Fischer, 2004

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