TAP-Block
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LoslegenSynonym: TAP-Blockade
Englisch: transversus abdominis plane block
Definition
Der TAP-Block, kurz für Transversus-Abdominis-Plane-Block, ist eine Regionalanästhesie zur Analgesie der anterolateralen Bauchwand. Dabei wird ein Lokalanästhetikum in die Faszienloge zwischen Musculus transversus abdominis und Musculus obliquus internus abdominis injiziert.[1]
Anatomie
Die anterolaterale Bauchwand besteht aus drei übereinanderliegenden muskulären Schichten:
- Musculus obliquus externus abdominis
- Musculus obliquus internus abdominis
- Musculus transversus abdominis
Zwischen dem Musculus transversus abdominis und dem Musculus obliquus internus liegt die sogenannte Transversus-Abdominis-Plane (TAP), eine Faszienloge, durch die die anterioren Äste der thorakoabdominellen Spinalnerven Th7 bis L1 verlaufen. Diese Nerven vermitteln die somatische Sensibilität von Haut, Muskulatur und parietalem Peritoneum der Bauchwand.[1]
Die Ausdehnung des Blocks und die erfassbaren Dermatome sind abhängig vom gewählten Zugangsweg: Posteriore Zugänge erreichen weiter kranial gelegene Dermatome und ermöglichen über eine Diffusion zum Plexus lumbalis eine breitere Analgesie als anteriore oder laterale Techniken.[2]
Technik
Ultraschallgeführte Technik
Die ultraschallgestützte Durchführung gilt als Goldstandard.[1] Nach Hautdesinfektion wird ein Linearschallkopf in der Flanke zwischen Crista iliaca und Rippenbogen positioniert. Im Querschnittsbild werden die drei Muskelschichten identifiziert. Die Nadel wird in-plane eingeführt, bis die Nadelspitze im TAP zwischen Musculus transversus abdominis und Musculus obliquus internus liegt. Nach negativer Aspiration erfolgt die Injektion des Lokalanästhetikums, das sich als hypoechogener Bereich im Faszienfach darstellt (Hydrodissektion).
Als Lokalanästhetika werden überwiegend Ropivacain (0,375–0,5 %), Bupivacain (0,25–0,5 %) oder Levobupivacain (0,25–0,5 %) eingesetzt; gebräuchliche Volumina betragen 15–20 ml pro Seite.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Alternativ zur Single-Shot-Technik können Kathetersysteme zur kontinuierlichen Analgesie eingesetzt werden.[1]
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Historische Landmarken-Technik
Die ursprüngliche Technik nach Rafi (2001) erfolgte als Blindpunktion im Trigonum lumbale (Petit-Dreieck) unter Nutzung des haptischen „double-pop"-Phänomens beim Durchdringen der Faszienlagen. Diese Methode ist heute weitgehend durch die ultraschallgeführte Technik abgelöst worden.
Laparoskopisch-assistierter Zugang
Bei minimalinvasiven Abdominaleingriffen kann der TAP-Block unter direkter laparoskopischer Sicht durch den Operateur appliziert werden. Verglichen mit der ultraschallgeführten Technik zeigen sich keine wesentlichen Unterschiede im Patientenoutcome; die direkte Visualisierung kann Komplikationen wie intraperitoneale Fehlinjektion reduzieren.[3]
Zugangswege
| Zugang | Einstichpunkt | Erfasste Dermatome | Typische Indikation |
|---|---|---|---|
| Lateraler Zugang | Mittlere Axillarlinie, zwischen Crista iliaca und Rippenbogen | Th10–L1 | Unterbaucheingriffe, Appendektomie |
| Posteriorer Zugang | Posterior des Musculus obliquus externus, anterior des Musculus quadratus lumborum | Th7–L1 | Kolorektale Eingriffe, Hysterektomie |
| Subkostaler Zugang | Unterhalb des Rippenbogens, Medioklavikularlinie | Th6–Th9 | Oberbaucheingriffe, Cholezystektomie |
Kontraindikationen
- bekannte Allergie gegenüber Lokalanästhetika
- relevante Gerinnungsstörung oder nicht pausierte Antikoagulanzientherapie
- Infektion oder Hautläsion im Bereich der geplanten Punktionsstelle
- fehlendes Patienteneinverständnis
Relative Kontraindikation: ausgeprägte Adipositas kann die Ultraschalldarstellung erheblich erschweren und das Fehlplatzierungsrisiko erhöhen.
Komplikationen
Bei ultraschallgeführter Technik sind schwerwiegende Komplikationen selten. Beschriebene unerwünschte Ereignisse umfassen:
- Blockversagen durch fehlerhafte Nadelplatzierung (intramuskuläre oder intraperitoneale Fehlinjektion)
- systemische Lokalanästhetikaintoxikation
- Organverletzungen (Leber, Kolon) bei Durchführung ohne Ultraschallkontrolle
- Hämatombildung und lokale Infektion an der Einstichstelle
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Tsai HC et al. Transversus Abdominis Plane Block: An Updated Review of Anatomy and Techniques. Biomed Res Int. 2017;2017:8284363.
- ↑ Finnerty O, McDonnell JG. Transversus abdominis plane block. Curr Opin Anaesthesiol. 2012;25(5):610-4.
- ↑ Prabhakar P et al. Surgeon administered transversus abdominis plane block: anatomic principles and technique. J Robot Surg. 2023;17(4):1193-1205.