Rasagilin
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Englisch: rasagiline
Definition
Rasagilin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der MAO-Hemmer, der bei idiopatischem Parkinson-Syndrom eingesetzt wird.
Chemie
Rasagilin ist ein langwirksames Selegilin-Derivat. Im Gegensatz zum Selegilin wird es nicht zu Amphetaminen oder Methamphetaminen metabolisiert.
Wirkmechanismus
Beim Morbus Parkinson kommt es durch einen Untergang von Dopamin-freisetzenden Nervenzellen in der Substantia nigra zu einem Dopaminmangel. Er löst die typische Parkinsonsymptomatik mit Rigor (Muskelstarre), Tremor (Zittern) und Akinesie (Bewegungsstörung) aus.
Um die Progression zu verlangsamen und die Symptomatik zu mildern, wird Dopamin verabreicht, meist in Form des Prodrugs L-Dopa. Da Dopamin im synaptischen Spalt schnell von der Monoaminoxidase B (MAO-B) abgebaut wird, ist der Effekt kurzlebig.
Rasagilin hemmt in therapeutischen Dosierungen die MAO-B irreversibel und erhöht dadurch die synaptische Dopaminkonzentration. Bei einer weniger stark ausgeprägten Parkinson-Krankheit kann es zur Monotherapie herangezogen werden. Ansonsten wird es jedoch mit L-Dopa kombiniert.
In Zellkultur- und Tiermodellen wurden darüber hinaus verschiedene potenziell neuroprotektive Effekte beschrieben, die sich in klinischen Studien jedoch nicht verifizieren ließen.
Pharmakokinetik
Rasagilin wird nach oraler Gabe rasch resorbiert und erreicht seine maximale Plasmakonzentration nach etwa 0,5 bis 1 Stunde. Der Wirkstoff wird überwiegend in der Leber über das Cytochrom-P450-Isoenzym CYP1A2 metabolisiert. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 1 bis 3 Stunden.
Durch die irreversible Hemmung der Monoaminoxidase B hält die pharmakologische Wirkung trotz der kurzen Plasmahalbwertszeit deutlich länger an. Die Wiederherstellung der Enzymaktivität erfolgt erst durch Neusynthese des Enzyms.
Indikationen
Rasagilin ist als Monotherapeutikum zur Behandlung früher Stadien des idiopathischen Morbus Parkinson zugelassen. Es wird vor allem bei Patienten mit einem fluktuierenden Krankheitsbild als Add-on-Therapie eingesetzt, d.h. bei Dyskinesien, End-of-Dose-Fluktuationen, On-Off-Phänomenen.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen von Rasagilin sind:
- Kopfschmerzen
- Mundtrockenheit
- Dyspepsie
- Schlafstörungen
- Orthostatische Hypotonie
- Schwindel
- Halluzinationen
- Herzrhythmusstörungen
- Arthralgien
- Depression
- Serotonerges Syndrom
Die Sturzhäufigkeit ist unter der Therapie erhöht.
Wechselwirkungen
Starke CYP1A2-Hemmer wie Ciprofloxacin oder Fluvoxamin können die Plasmakonzentration von Rasagilin erhöhen.
Bei Kombination mit serotonergen Arzneimitteln wie SSRI, SNRI, TZA, Tramadol, Pethidin oder Dextromethorphan besteht ein erhöhtes Risiko für ein serotonerges Syndrom.
Ferner können Sympathomimetika die sympathomimetischen Effekte verstärken und sollten nur mit Vorsicht gemeinsam mit Rasagilin angewendet werden.
Kontraindikationen
- schwere Leberinsuffizienz
- gleichzeitige Anwendung anderer MAO-Hemmer
Rasagilin sollte nur unter Vorsicht mit serotonergen Arzneimitteln kombiniert werden.