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Mesocestoides

von griechisch: meso - Mitte und kestos - Band; von lateinisch: oideus - ähnlich

1 Definition

Mesocestoides bilden eine Gattung an Parasiten, welche die Mesocestoidose der Fleischfresser auslösen kann.

2 Taxonomie

3 Epidemiologie

Von den mehr als 12 beschriebenen Mesocestoides-Arten kommen in Europa mindestens zwei Vertreter vor:

Sowohl Mesocestoides lineatus als auch Mesocestoides litteratus sind Dünndarmparasiten von Füchsen, anderen wild lebenden Fleischfressern sowie Hunden und Katzen. In Europa kann vorwiegend Mesocestoides litteratus nachgewiesen werden. Rotfüchse scheinen regelmäßig mit diesen Parasiten befallen zu sein (Prävalenz bis zu 78 %).

4 Morphologie

Beide in Europa vorkommenden Arten erreichen eine Länge von bis zu 15 cm (teils auch länger). Ihr Körper besteht aus zahlreichen Proglottiden mit 4 Saugnäpfen ohne Rostellum. Die graviden Proglottiden sind tonnenförmig gebaut und besitzen sogenannte Paruterinorgane sowie einen ventromedian gelegenen Genitalporus.

Die Eier sind dünnschalig, enthalten eine Onkosphäre und sind 25 bis 45 x 29 bis 34 µm groß (Mesocestoides lineatus). Das infektiöse Larvenstadium wird als Tetrahyridium bezeichnet. Diese Entwicklungsstufe ist durch einen länglichen bis ovalen und mit Parenchym ausgefüllten Körper charakterisiert, in dessen Vorderende der Scolex mit 4 Saugnäpfen (ohne Rostellum) eingestülpt ist. Tetrahyridien erreichen eine Länge von 2 bis 70 mm.

5 Entwicklung

Der Entwicklungszyklus aller Mesocestoides-Arten schließt 3 einzelne Wirte mit ein. Bisher konnten jedoch keine Arthropoden oder andere Invertebraten als 1. Zwischenwirt identifiziert werden. Als 2. Zwischenwirt fungieren zahlreiche Arten von Vertebraten (Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere), in denen sich die Tetrahyridien in den serösen Höhlen, in subserösen Zysten, in der Lunge sowie in der Leber und in anderen Organen entwickeln.

6 Pathogenese

Nehmen empfängliche Endwirte mit reifen Tetrahyridien befallene Zwischenwirte auf, entwickeln sich in ihrem Dünndarm die adulten Parasitenstadien. Die Präpatenz liegt zwischen 2 und 3 Wochen. Im Endwirt können die Parasiten jedoch mehrere Monate überleben. Peroral aufgenommene Tetrahyridien können dann bei den verschiedenen Tierarten (auch End- und Zwischenwirte) die Darmwand durchdringen und sich in Leibeshöhlen sowie inneren Organen ansiedeln.

7 Klinik

Sogar ein massiver Befall mit intestinalen Stadien verursacht bei Endwirten für gewöhnlich keine Symptome. Nur in äußerst seltenen Fällen kommt es zu Inappetenz, Durchfall und schleimigen Kot. Dringen die Larvenstadien jedoch in die Körperhöhlen sowie inneren Organe ein, kann es zu Anorexie, Peritonitis, Aszites und Leukozytose sowie Gewebszerstörungen, Granulombildung und Einkapselung der Parasiten kommen.

8 Humanpathologie

Nach dem Verzehr von rohen und tetrahyridienhaltigen Organen von Zwischenwirten (z.B. Schlangenleber in Asien) kommt es beim Menschen selten zu einem Mesocestoides-Befall, der jedoch in der Regel asymptomatisch verläuft.

9 Quellen

  • Fuentes MV, Galán-Puchades MT, Malone JB. Short report: a new case report of human Mesocestoides infection in the United States. Am J Trop Med Hyg. 2003 May;68(5):566-7. doi: 10.4269/ajtmh.2003.68.566
  • CDC - Centers of Disease Control and Prevention. Mesocestoidiasis DPDx - Parasite Biology (abgerufen am 24.07.2021)

10 Literatur

  • Eckert J, Friedhoff KT, Zahner H, Deplazes P. 2008. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1072-0

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2021 um 18:19 Uhr bearbeitet.

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