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Leberzelladenom

Synonyme: Leberadenom, hepatozelluläres Adenom, hepatisches Adenom
Englisch: hepatic adenoma, hepatocellular adenoma, hepadenoma

1 Definition

Das Leberzelladenom ist eine primär gutartige Neoplasie der Leber, die im Zusammenhang mit erhöhten Hormonwerten auftritt, z.B. bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva.

2 Epidemiologie und Ätiologie

Das Leberzelladenom zählt zu den selteneren Leberläsionen und wird vornehmlich bei Frauen zwischen 30 und 40 Jahren gefunden. Es wurde eine positive Korrelation zur Einnahme oraler Kontrazeptiva gefunden. Weiterhin gelten der Gebrauch anaboler Steroide sowie Glykogenspeicherkrankheiten als Auslöser.[1]

3 Histologie

Der ca. 5 - 15 cm messende, meist solitäre Tumor ist durch die häufige (Pseudo-)Bekapselung oft glatt abgrenzbar und weist einen hohen Fettgehalt auf. Im Tumorparenchym finden sich keine Gallengänge, sondern lediglich homogene Leberzellen sowie teilweise Kupffer'sche Sternzellen. Seltener kommen zudem kleine Parenchymverkalkungen vor. [2]

4 Klinik

Das meist lange asymptomatische Leberzelladenom kann bei größerer Ausprägung durch ein lokales Druckgefühl durch Reizung der Leberkapsel auffällig werden. Zudem steigt bei größeren Tumoren die Gefahr der Hämorrhagie.

5 Diagnostik

Sowohl in der Sonographie als auch in der CT wird die Läsion nativ, d.h. ohne Kontrastmittel, oft übersehen, da sie hier zumeist isoechogen bzw. isodens zum Leberparenchym ist. Nach Applikation von intravenösem Kontrastmittel zeigt sich in arterieller Phase jedoch eine kräftiges und homogenes Enhancement. Dieses verschwindet jedoch durch ein schnelles Wash-Out (wohl durch AV-Shunts) sofort wieder, was eine Abgrenzung zum Leberhämangiom ermöglicht. In der MRT ist das Leberzelladenom durch den hohen Fettgehalt sowohl in T1w als auch in T2w hyperintens und zeigt ein ähnliches Kontrastmittelverhalten wie in der CT. [3]

6 Differentialdiagnosen

7 Komplikationen und Therapie

Bei größeren Läsionen steigt das Risiko einer Blutung, weshalb eine Behandlung indiziert sein kann. Hier stehen die chirurgische Entfernung sowie bei kleineren Befunden die Radiofrequenzablation zur Verfügung. Eine akute Hämorrhagie eines Leberzelladenoms geht mit einer Mortalität von bis zu 10 % einher. Umstritten ist die maligne Transformation zum hepatizellulären Karzinom, weshalb manche Autoren generell zu einer Entfernung raten.[4]

8 Quellen

  1. Whitmer B. et al. Hepatocellular Adenoma 12.12.2016
  2. Grazioli L et al. Hepatic adenomas: imaging and pathologic findings. Radiographics, 2001 PMID 11452062
  3. Ichikawa T et al. Hepatocellular Adenoma: Multiphasic CT and Histopathologic Findings in 25 Patients. Gastrointestinal Imaging, 2000
  4. Toso C et al. Management of hepatocellular adenoma: Solitary-uncomplicated, multiple and ruptured tumors. World J Gastroent, 2005

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