Heidelberger Hitzetabelle
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Englisch: Heidelberg Heat Table
Definition
Die Heidelberger Hitzetabelle ist ein von der Abteilung für Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie des Universitätsklinikums Heidelberg entwickeltes Arbeitsinstrument zur Einschätzung und Reduktion arzneimittelbezogener Risiken während Hitzeperioden. Sie wurde von Walter E. Haefeli und David Czock erstellt.
Hintergrund
Hohe Umgebungstemperaturen können die Wirksamkeit und Sicherheit einer Arzneimitteltherapie über mehrere Mechanismen beeinflussen, unter anderem über hyperthermiebedingte Kreislauf- und hormonelle Veränderungen sowie über pharmakokinetische Veränderungen der Absorption, Verteilung, Metabolisierung und Exkretion. Besonders gefährdet sind ältere und multimorbide Patienten mit eingeschränkter Thermoregulation.
Aufbau und Inhalt
Die Tabelle listet verschiedene Arzneimittelklassen auf, die die Wärmeregulation und den Volumenstatus des Körpers beeinflussen können, und gibt Empfehlungen zur Therapieanpassung bei hohen Temperaturen. Zu den erfassten kritischen Substanzgruppen zählen unter anderem Diuretika, Sedativa, Anticholinergika und Opioide.
Als relevante unerwünschte Effekte unter Hitzeeinwirkung werden unter anderem genannt:
- verminderte Schweißproduktion und gestörte Thermoregulation
- reduzierte kutane Durchblutung mit gestörter Wärmeabgabe
- vermindertes Durstgefühl mit erhöhtem Dehydratationsrisiko
- Elektrolytverluste mit Auswirkungen auf Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System
- Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und Vigilanz
Anwendung
Die Tabelle wird insbesondere im hausärztlichen und apothekerlichen Bereich bei Medikationsanalysen im Frühjahr und Sommer herangezogen, um Therapieanpassungen bei hitzeexponierten Patienten mit entsprechender Dauermedikation vorzunehmen.
Literatur
- Czock D, Ebinger K, Stingl J. Heidelberger Hitzetabelle. Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie. Stand: 07.07.2026. Online: PDF