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Ganglion oticum

Englisch: otic ganglion

1 Definition

Das Ganglion oticum ist eine kleines, rundliches Ganglion, das sich unmittelbar unterhalb des Foramen ovale in der Fossa infratemporalis an der Schädelbasis befindet. Es zählt zu den parasympathischen Kopfganglien.

2 Anatomie

2.1 Topografie

Das Ganglion oticum steht anatomisch-topografisch mit folgenden Strukturen in enger räumlicher Beziehung:

2.2 Morphologie

Das Ganglion oticum kann in unterschiedlichen Formen auftreten, meist als kompaktes Ganglion, aber auch in lobulierter oder disperser Form. In kompakter Form ist es flach-oval mit einer Ausdehnung von etwa 2 x 1,5 x 0,4 mm.[1]

2.3 Fasern

Im Ganglion oticum werden parasympathische Nervenfasern verschaltet. Außerdem ist es eine Durchgangsstation für Geschmacksfasern sowie motorische und sympathische Fasern. Aufgrund der Komplexität der Nervenfaserverläufe in der Umgebung des Ganglions und interindividueller Varianten finden sich in der anatomischen Literatur unterschiedliche Beschreibungen der genauen Faserverhältnisse.

2.3.1 Parasympathische Fasern

Die parasympathischen Fasern stammen aus dem Nervus glossopharyngeus (Nervus IX). Ihre Nervenzellkörper sitzen im Nucleus salivatorius inferior. Sie ziehen zunächst mit dem Nervus tympanicus zum Plexus tympanicus und gelangen von dort mit dem Nervus petrosus minor zum Ganglion oticum. Hier werden sie auf postganglionäre Neuronen verschaltet, deren Fasern den Nervus auriculotemporalis als Nervenbahn für ihr Fortkommen nutzen. Von ihm aus ziehen sie in den Nervus facialis ein, um mit dessen Verzweigungen zur Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) zu gelangen, die sie sekretorisch versorgen. Diesen komplexen Faserverlauf über mehrere Stationen bezeichnet man als Jacobson-Anastomose.

Außerdem erreichen einige postganglionäre Fasern über Verbindungen zum Nervus buccalis des Nervus trigeminus die Wangenspeicheldrüsen (Glandulae buccales) und innervieren diese ebenfalls sekretorisch. Auch die parasympathische Versorgung der Blutgefäße der Unterlippe und der Hirngefäße erfolgt durch Fasern aus dem Ganglion oticum.

2.3.2 Sympathische Fasern

Die sympathischen Fasern des Ganglion oticum sind postganglionär und stammen aus dem Ganglion cervicale superius, vom dem sie über den Plexus caroticus externus und den Plexus der Arteria meningea media hierher gelangen. Diese Fasern ziehen unverschaltet durch das Ganglion oticum zur Glandula parotis.

2.3.3 Motorische Fasern

Das Ganglion erhält motorische Fasern aus dem Nervus mandibularis (V3) bzw. dem Nervus pterygoideus medialis, die unverschaltet durch das Ganglion ziehen. Sie innervieren als Nervus tensoris tympani den Musculus tensor tympani und als Ramus musculi tensoris veli palatini den Musculus tensor veli palatini.

2.3.4 Sensible Fasern

Über Rami ganglionares ad ganglion oticum erhält das Ganglion sensible Fasern des Nervus mandibularis.

2.3.5 Geschmacksfasern

Einige speziell-viszerosensible Fasern der vorderen ⅔ der Zunge sollen über Anastomosen zwischen Chorda tympani und Ganglion oticum den Nervus petrosus major erreichen. Auf diesem Weg würden die Geschmacksfasern ihre Perikaryen im Ganglion geniculi erreichen, ohne das Mittelohr passieren zu müssen.

3 Klinik

Fasern aus dem Ganglion oticum sind für die Entstehung der Aurikulotemporalisneuralgie verantwortlich. Fehlverschaltungen der parasympathischen Nervenfasern nach Verletzungen der Ohrspeicheldrüse können zum Frey-Syndrom führen.

4 Quellen

  1. Ameena Zubair, Yusuf S. Khan: Neuroanatomy, Otic Ganglion NCBI Bookshelf. A service of the National Library of Medicine, National Institutes of Health

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Juni 2022 um 12:11 Uhr bearbeitet.

Anastomosen können auch einfache Gewebeverbindungen ohne funktionellen Zusammenhang sein. Die Fasern passieren das Ganglion - sie werden dort nicht verschaltet.
#2 am 18.01.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Stimmt es wirklich, dass zwischen dem Ganlion oticum und der Chorda tympani Anastomosen bestehen? Ich kann mir nicht vorstellen, warum Geschmacksfasern dieses Ganglion passieren sollten.
#1 am 18.01.2021 von Philipp Weimann (Student/in der Humanmedizin)

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