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Fazialismuskeln (Veterinärmedizin)

Synonyme: Fazialismuskulatur, Mimische Muskulatur

1 Definition

Als Fazialismuskeln bezeichnet man eine Gruppe von Skelettmuskeln, die vom Nervus facialis versorgt wird. Sie gehören zur Gruppe der Muskeln des Kopfes und des ventralen Halsbereiches der Haussäugetiere.

2 Anatomie

Muskeln, die vom Nervus facialis und somit vom Nerv des zweiten Kiemenbogens versorgt werden, können funktionell-anatomisch in zwei Gruppen unterteilt werden, einer oberflächlichen und einer tiefliegenden Gruppe.

Die oberflächliche Gruppe besteht aus den Hautmuskeln des Kopfes sowie zahlreichen kleineren Muskeln, die für die Bewegung und Stellung der Lippen, Wangen, Nüstern, Augenlider und des äußeren Ohrs zuständig sind.

Davon abzugrenzen ist die deutlich komplexere Gruppe an tiefen Skelettmuskeln, die aus verstreut liegenden Muskeln besteht. Dazu zählen vor allem Muskeln, die mit dem Zungenbein in Kontakt stehen sowie ein Teil des Musculus digastricus und der Musculus stapedius des Mittelohrs.

Die eigentliche Fazialismuskulatur kann auch als mimische Muskulatur bzw. Gesichtsmuskulatur beschrieben werden. Sie wird wie folgt in vier Hauptgruppen sowie mehreren Untergruppen unterteilt.

2.1 Muskeln der Lippen und Backen

Die Muskeln der Lippen und Backen sind für die Begrenzung der Mundspalte (Rima oris) zuständig und beteiligen sich an der Bewandung der Mundhöhle sowie gelegentlich auch des Nasenloches.

2.2 Muskeln der Nase

Bei Pferden und Wiederkäuern findet man neben den verschiedenen Lippenmuskeln, die auch Beziehungen zum lateralen Nasenflügel aufweisen können, noch zusätzliche besondere Nasenmuskeln. Beim Fleischfresser und Schwein sind diese Skelettmuskeln nur rudimentär entwickelt bzw. können gänzlich fehlen.

2.3 Extraorbitale Muskeln der Augenlider

Die extraorbitalen Augenlidermuskeln zählen zum Teil zu den Abkömmlingen des orbitofrontoaurikulären Muskelkomplexes.

2.4 Muskeln der Ohrmuschel

Da die Ohrmuschel der Haussäugetiere deutlich beweglicher ist als bei den Menschen, verfügt sie über gut entwickelte Ohrmuschelmuskeln. Diese entspringen teils am Schädel, teils von einer unregelmäßig drei- oder viereckigen Knorpelplatte, dem Schildchen (Scutulum). In Summe sind sie alle in einer radiären Anordnung ausgebildet, die vorne, medial und lateral an die Ohrmuschel ziehen.

Vergleichend-anatomisch können die Ohrmuschelmuskeln in eine prä-, eine ventro- und eine retroaurikuläre Gruppe unterteilt werden. Topographisch und funktionell werden die Muskeln wie folgt unterteilt.

3 Literatur

  • Messner, Patrick, Renkin, Maria. Anatomie des aktiven & passiven Bewegungsapparates der Haussäugetiere. Band III (Myologie). Vienna Academic Press, 2017

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