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Ohrmuschelmuskeln (Veterinärmedizin)

Synonym: Muskeln der Ohrmuschel

1 Definition

Die Ohrmuschelmuskeln sind fein ausgebildete Skelettmuskeln der Haussäugetiere, die zur Gruppe der Fazialismuskeln gehören.

2 Anatomie

Im Gegensatz zu den Menschen, die aufgrund der großen Beweglichkeit ihres Kopfes auf ein besonders Bewegungsvermögen der Ohrmuscheln verzichten können, besitzen alle Haussäugetiere präzise entwickelte Ohrmuschelmuskeln.

2.1 Topographie

Die bei den Haussäugetieren in verschiedenen Größen vom Kopf abstehenden und sehr beweglichen Schallauffangtrichter sind in ihrem Gesäß (Ohrmuschelgrund) nach dem Prinzip eines Kugelgelenkes in alle Richtungen drehbar. Durch diesen großen Bewegungsradius verfügen die Haussäugetiere eine große Zahl an gut entwickelten Ohrmuskeln, die teils am Schädel, teils an einer unregelmäßig drei- oder viereckigen Knorpelplatte (Scutulum, nasomedial von der Muschel dem Musculus temporalis aufliegend), entspringen. In einer radiären Anordnung strahlen diese Muskeln von vorne, medial, hinten und lateral an die Ohrmuschel heran.

2.2 Muskeln

Aufgrund vergleichend-anatomischen und genetischen Gesichtspunkten können die Ohrmuschelmuskeln in eine prae- (Abkömmlinge der Pars intermedia des Musculus sphincter colli profundus), eine ventro- (Abkömmlinge der Pars auricularis des Musculus sphincter colli profundus) und eine retroaurikuläre Gruppe (Abkömmlinge der tiefen Portion des Platysma) eingeteilt werden.

Aus praktischen Gründen sowie topographischen und funktionellen Beziehungen sollte die Einteilung anhand der Funktion der einzelnen Muskeln gewählt werden. Zu beachten ist, dass die einzelnen Funktionsmuskeln aus einzelnen Muskelbündeln bestehen, die wiederum unterschiedlich bezeichnet werden können.

2.3 Innervation

Die Ohrmuschelmuskeln werden in ihrer Gesamtheit vom Nervus facialis motorisch innerviert.

Muskel: Ast des N. facialis:
M. scutularis:
M. frontoscularis Rr. auriculares rostrales
M. interscutularis Rr. auriculares rostrales
M. cervicoscutularis N. auricularis caudalis
Niederzieher:
M. parotidoauricularis R. colli
Auswärtszieher:
M. cervicoauricularis medius N. auricularis caudalis
M. cervicoauricularis profundus N. auricularis caudalis
Heber:
M. cervicoauricularis superficialis N. auricularis caudalis
M. parietoauricularis N. auricularis caudalis
M. scutuloauricularis superficialis accessorius N. auricularis caudalis
Einwärtszieher:
M. scutuloauricularis superficialis dorsalis Rr. auricularis rostrales
M. scutuloauricularis superficialis medius N. auricularis caudalis
M. scutuloauricularis superficialis ventralis Rr. auriculares rostrales
 M. zygomaticoauricularis Rr. auriculares rostrales
Dreher:
M. scutuloauricularis profundus major Rr. auriculares rostrales
M. scutuloauricularis profundus minor N. auricularis caudalis
Gehörgangmuskel:
M. styloauricularis N. auricularis caudalis
an der Ohrmuschel selbst gelegene Muskeln:
M. tragicus Rr. auriculares rostrales
M. antitragicus Rr. auriculares rostrales
M. caudoantitragicus Rr. auriculares rostrales
M. helicis Rr. auriculares rostrales
M. meatus cartilaginei N. auricularis caudalis
Mm. transversi et obliqui auriculae N. auricularis caudalis

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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