Ciclesonid
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LoslegenHandelsnamen: Alvesco®, CicloBronch®
Englisch: ciclesonide
Definition
Ciclesonid ist ein als Aerosol verfügbares inhalatives Glukokortikoid zur Therapie des Asthma bronchiale.
Chemie
Ciclesonid gehört zu den nicht-halogenierten Glukokortikoiden und ist strukturell eng mit Budesonid verwandt. Es liegt als R-Enantiomer vor.
Wirmechanismus
Desciclesonid bindet intrazellulär an Glukokortikoidrezeptoren und beeinflusst die Genexpression zahlreicher Entzündungsmediatoren. Dadurch werden die Bildung proinflammatorischer Zytokine sowie die Rekrutierung von Immunzellen gehemmt.
Pharmakokinetik
Eine besondere Eigenschaft von Ciclesonid ist die Applikation als Prodrug. Das im Aerosol enthaltene Ciclesonid ist selbst als Glukokortikoid unwirksam. Der Wirkstoff wird nach der Inhalation durch Esterasen der Atemwegsschleimhaut in den aktiven Metaboliten Desciclesonid umgewandelt, wobei die Aktivierung überwiegend in den unteren Atemwegen erfolgt.
Dadurch soll die Rate an lokalen (z.B. Soor) und systemischen Nebenwirkungen (z.B. Osteoporose) möglichst gering gehalten werden. Über die Lunge gelangen jedoch stets auch wirksame Mengen des aktiven Metaboliten in den systemischen Kreislauf. Diese werden in der Leber metabolisiert und biliär ausgeschieden.
Desciclesonid weist eine hohe Affinität zum Glukokortikoidrezeptor sowie eine sehr hohe Plasmaeiweißbindung (> 99 %) auf.
Indikationen
Ciclesonid ist wie andere inhalative Glukokortikoide zur Basistherapie eines Asthma bronchiale und bei allergischer Rhinitis geeignet. Es verringert bei regelmäßiger Anwendung die allergischen Reaktionen in den Bronchien und die Hyperreagibilität und führt zu einer Besserung des Krankheitsbildes.
Ergänzend zum Ciclesonid sollte stets eine Bedarfsmedikation mit β2-Sympathomimetika erfolgen.
Die Altersfreigabe von Ciclesonid ist präparatabhängig – für das Inhalationsspray gilt eine Zulassung ab 12 Jahren. Für andere Darreichungsformen sind die Angaben der jeweiligen Fachinformation zu beachten.
Darreichungsformen
Dosierung
Die als Basismedikation empfohlene Dosis beträgt 160 μg einmal täglich. Bei gutem Ansprechen des Patienten kann eine Dosisreduktion auf 80 μg/d versucht werden.
Bei Patienten mit schwerem Asthma und während des Reduzierens oder Absetzens von oralen Glukokortikoiden kann eine Dosis von bis zu 640 μg/Tag angewendet werden.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Das Nebenwirkungsprofil entspricht dem anderer inhalativer Glukokortikoide. Es umfasst:
- Oropharyngeale Candidose (Mundsoor)
- Dysphonie bzw. Heiserkeit
- Pharyngitis
- Husten unmittelbar nach Inhalation
- Mund- und Rachenreizungen (Brennen, Jucken etc.)
- Kopfschmerzen
- Geschmacksstörungen
Gelegentlich tritt ein paradoxer Bronchospasmus unmittelbar nach der Inhalation auf. Darüber hinaus sind Überempfindlichkeitsreaktionen (Exanthem, Urtikaria, Angioödem) beschrieben.
Bei hohen Dosen und unter Langzeittherapie sind selten auch systemische Effekte möglich. Dazu zählen:
- Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse
- Osteoporose
- Katarakt
- Glaukom
- Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen
Vorsichtsmaßnahmen
Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit aktiven oder latenten Infektionen der Atemwege (z.B. Tuberkulose, Mykosen) sowie bei immunsupprimierten Patienten geboten.
Während der Schwangerschaft sollte Ciclesonid nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für den Feten rechtfertigt. Dabei ist die niedrigste wirksame Dosis anzuwenden, die eine ausreichende Asthmakontrolle gewährleistet.
Veterinärmedizin
Ciclesonid kann bei Pferden mit equinen Asthma angewendet werden. Aufgrund der inhalativen Applikation und der Pharmakokinetik des Wirkstoffs ist es deutlich nebenwirkungsärmer als z.B. systemisch verabreichtes Dexamethason oder Prednisolon.
Da auch bei einer Dosierung von 3,7 mg/kgKG SID bzw. 2,7 mg/kgKG BID kein Anstieg des Serumkortisolspiegels nachgewiesen werden konnte, kann man Ciclesonid auch bei Pferden mit anderen Erkrankungen (z.B. Cushing-Syndrom) einsetzen.[1]