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Artefakt

von lateinisch: ars - Kunst; factum - Tat

1 Definition

Als Artefakt bezeichnet man eine künstliche Veränderung oder Abwandlung vom natürlichen Zustand. Im medizinischen Zusammenhang ist damit meistens ein diagnostischer Fehler gemeint. In einer erweiterten Definition ist auch ein künstliches Gelenk ein Artefakt.

2 Bildgebung

Artefakte im Rahmen von bildgebenden Diagnoseverfahren wie etwa die Röntgenuntersuchung, Computertomographie oder Ultraschalluntersuchung sind Abbildungsfehler, die nicht der Realität entsprechen.

Artefakte können somit sein:

  • Strukturen, die nicht real sind
  • fehlende Strukturen
  • Strukturen, die am falschen Ort zu scheinen sind
  • falsche Helligkeit, Größe, Form, usw.

2.1 Beispiele

2.1.1 CT-Artefakte

2.1.2 Ultraschall-Artefakte

  • Schattenbildung, dorsale Verstärkung (hinter besonders starken/schwachen Absorbern)
  • Reverberationen (stehende Wellen durch Mehrfachreflexion und Interferenz)
  • Brechungseffekte (bei schrägem Einfall an Grenzflächen, Verzerrungen)
  • Spiegelbilder (durch Reflexion an stark reflektierender Grenzfläche)
  • Speckle (Interferenzeffekt an Gewebeinhomogenität zurückgestreuter Welle mit einfallender Welle)
  • Aliasing (durch unangepasste "Sampling-Rate")

3 Pathologie

Bei histologischen Präparaten kann es durch die Fixierung zu sogenannten Fixierungsartefakten kommen. Ein Beispiel dafür ist die Cohnheim-Felderung bei Muskelpräparaten.

4 Labormedizin

Auch in der Labormedizin treten Artefakte auf. "Klassiker" sind die EDTA-Pseudothrombozytopenie oder die Abnahme von Blutproben aus Heparin-geblockten zentralen Venenkathetern, die häufig zu scheinbaren Gerinnungsstörungen führt.

siehe Hauptartikel: Präanalytik

Ein anderes Beispiel sind Färbeartekfakte in Blutausstrichen oder Grampräparaten.

5 Kardiologie

Auch beim EKG können Artefakte zu Fehlinterpretationen führen. Häufige Artefakte sind beispielsweise Schwankungen der Nulllinie oder Kurvenausschläge, die nicht durch die elektrische Aktivität des Herzens, sondern durch Bewegungen der Skelettmuskeln (z.B. Zittern) auftreten.

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