Blooming-Artefakt (CT)
Englisch: blooming artifact
Definition
Das Blooming-Artefakt ist ein Artefakt der Computertomographie, bei dem stark röntgendichte Strukturen im CT-Bild größer oder ausgedehnter erscheinen, als sie tatsächlich sind.
Ursache
Das Blooming-Artefakt tritt vor allem bei sehr stark strahlenabsorbierenden Materialien auf, beispielsweise:
Die Ursache liegt in der begrenzten Ortsauflösung der CT. Die Intensität hochdichter Strukturen wird durch den Partialvolumeneffekt sowie durch die räumliche Ausdehnung der Punktspreizfunktion des Bildgebungssystems auf benachbarte Voxel verteilt. Dadurch erscheint die Struktur im rekonstruierten Bild verbreitert.
Erscheinungsbild
Im CT-Bild zeigt sich das Blooming-Artefakt als scheinbare Vergrößerung hochdichter Strukturen mit unscharfen oder verbreiterten Rändern. Typische Beispiele sind:
- Überschätzung des Lumeneinengungsgrades bei Koronararterien durch Koronarkalzifikation
- scheinbare Verbreiterung von Gefäßstents
- Vergrößerung kleiner Metallstrukturen
Klinische Bedeutung
Das Blooming-Artefakt kann zu diagnostischen Fehlinterpretationen führen, insbesondere bei der Beurteilung kleiner Gefäße oder Gefäßstenosen.
Gegenmaßnahmen
Zur Verringerung des Blooming-Artefakts können verschiedene Maßnahmen beitragen:
- Verwendung dünnerer Schichtdicken
- höhere Ortsauflösung durch kleinere Voxel
- spezielle hochauflösende Rekonstruktionskernel
- moderne CT-Technologien wie Photon-Counting-CT
Abgrenzung
Der Begriff Blooming-Artefakt wird auch in anderen bildgebenden Verfahren verwendet, beispielsweise in der Magnetresonanztomographie (MRT) oder der Farbdopplersonographie, beschreibt dort jedoch andere physikalische Mechanismen.
siehe auch: Blooming-Artefakt
Literatur
- Radiopaedia - Blooming artifact (CT), abgerufen am 13.07.2022