Aliasing
Englisch: aliasing artifact, aliasing
Definition
Aliasing bezeichnet ein Artefakt der digitalen Signalverarbeitung, das entsteht, wenn ein Signal mit einer zu niedrigen Abtastfrequenz erfasst wird. Dabei werden Signalanteile mit hoher Frequenz fälschlicherweise als niedrigfrequente Signalanteile dargestellt. Aliasing tritt auf, wenn das Nyquist-Kriterium nicht erfüllt ist.
Physikalischer Hintergrund
Bei der Digitalisierung eines kontinuierlichen Signals wird dieses in diskreten Abständen abgetastet. Nach dem Nyquist-Kriterium muss die Abtastfrequenz mindestens doppelt so hoch sein wie die höchste im Signal enthaltene Frequenzkomponente:
- = Abtastfrequenz
- = höchste im Signal enthaltene Frequenz
Ist die Abtastfrequenz zu gering, können hochfrequente Signalanteile nicht korrekt rekonstruiert werden. Diese erscheinen im rekonstruierten Signal als niedrigere Frequenzen. Dieses Phänomen wird als Aliasing bezeichnet.
Bedeutung in der Radiologie
Aliasing kann in verschiedenen bildgebenden Verfahren auftreten, da dort analoge Signale digital abgetastet werden.
Magnetresonanztomographie
In der Magnetresonanztomographie tritt Aliasing vor allem in der Phasenkodierungsrichtung auf. Wird der k-Raum nicht ausreichend abgetastet, entstehen sogenannte Einfaltungsartefakte. Dabei werden Bildanteile außerhalb des Field of View (FoV) in das Bildfeld hinein projiziert.
Sonographie
In der Doppler-Sonographie tritt Aliasing auf, wenn die gemessene Flussgeschwindigkeit die durch die Pulsrepetitionsfrequenz bestimmte maximale messbare Geschwindigkeit überschreitet. Dies führt zu einem scheinbaren Umschlag der Farbdarstellung oder zu Verzerrungen im Dopplerspektrum.
Digitale Projektionsradiographie und Computertomographie
In der digitalen Projektionsradiographie oder der Computertomographie kann Aliasing auftreten, wenn räumliche Strukturen mit zu geringer Detektorauflösung oder mit zu wenigen Projektionswinkeln abgetastet werden. Dies kann zu Streifenmustern oder zum Verlust feiner Bilddetails führen. In der CT kann Aliasing auch entlang der Tischvorschubrichtung auftreten. Dieses Phänomen wird als "z-Aliasing" bezeichnet und entsteht durch unzureichende Abtastung entlang der z-Achse.
Vermeidung
Aliasing-Artefakte können durch verschiedene Maßnahmen reduziert werden:
- Erhöhung der Abtastfrequenz
- Vergrößerung des Field of View
- Anpassung der Pulsrepetitionsfrequenz in der Doppler-Sonographie
- Verwendung von Anti-Aliasing-Filtern
- Phasenkodierungsrichtung ändern
- Oversampling bei der Datenerfassung
Diese Maßnahmen verbessern die korrekte Rekonstruktion des Signals und reduzieren Artefakte in digitalen Bildgebungssystemen.