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Heparin-Block

Synonyme: Port-Block, Block

1 Definition

Als Heparin-Block wird die Befüllung eines Katheters mit einer verdünnten Heparin-NaCl 0,9%-Lösung bezeichnet. Er soll eine Thrombosierung im Katheter oder am Katheterende von venösen und arteriellen Zugängen (z.B. Port-Systemen) verhindern. Die Spülung befreit den Katheter von Blut- und Plasmarückständen und kann Ablagerungen und Obliterationen des Kathetersystems vorbeugen.

2 Herstellen der Blocklösung

Zur Herstellung einer Heparin-Blocklösung werden 1ml (1000 I.E./ml)Heparin mit 9ml NaCl 0,9% verdünnt.

3 Vorgehen

Für die Herstellung eines Heparin-Blocks muss das System langsam mit der hergestellten Lösung durchspült werden. Die langsame Injektion sowie ein gleichmäßiger Druck auf den Spritzenkolben stellen die vollständige Heparinisierung und Auffüllung des Systems sicher.

4 Indikationen für die Anwendung eines Heparin-Blocks

  • nach jeder Blutabnahme aus dem System
  • nach Infusionen durch das System
  • bei Entfernen der Huber-Nadel aus dem Port-System
  • bei längerem Nichtgebrauch des Zuganges (je nach Herstellerangaben, gewöhnlich alle 4 Wochen)

5 Blutabnahme aus einem Port mit Heparin-Block

Das System sollte bei Heparin-Block vor jeder Blutabnahme vorerst mit 5-10ml NaCl gespült werden. Anschließend müssen 10ml aspiriert und verworfen werden. Erst dann kann eine Blutabnahme erfolgen. Nach jeder Blutabnahme muss mit 20ml NaCl gespült und anschließend erneut ein Heparin-Block gesetzt werden.

Andererseits sind mir Daten über gesundheitliche Schäden eines Heparin-Blocks aber auch nicht bekannt. Wenn das Volumen des Katheter-Systems mit der adäquaten Menge einer 1:10 verdünnten Heparin-Lösung befüllt wird (entsprechend einer Gesamtmenge von ca. 200 bis höchstens 300 IE Heparin-Natrium im Kathersystem, davon nur ein Bruchteil in der Blutbahn - wenn überhaupt) erscheinen relevante systemische Wirkungen auch unerwünschter Art kaum plausibel, wie sie bei prolongierter Gabe täglicher Dosen von z. B. 10.000 bis 15.000 IE/d bei prophylaktischer oder 20.000 bis 30.000 IE/d bei therapeutischer Indikation auftreten können. Wäre bei fehlenden Daten natürlich ein gutes Thema für entsprechende Studien.
#2 am 25.09.2013 von Carsten Hütter (Arzt)
Die Spülung eines Portsystems mit 0,9%iger NaCl-Lösung ist vollkommen ausreichend. Es gibt keine Daten, die belegen, dass ein Heparinblock einen Vorteil gegenüber Kochsalz hat. Heparin ist für diese Indikation nicht zugelassen. Daher ist die Anwendung auch im juristischen Sinne problematisch. Das Risiko der möglichen unerwünschten Wirkungen (insbesondere HIT II, Wirkungen auf den Knochenstoffwechsel) überwiegen die vermeintlichen Vorteile bei weitem.
#1 am 09.07.2013 von Dr. med. Lars Victor (Arzt)

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