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Abkürzung: ANV


Als akutes Nierenversagen wird eine Form der Niereninsuffizienz bezeichnet, die sich durch eine schnelle Abnahme der Nierenfunktion und einer prinzipiellen Reversibilität der Nierenschädigung auszeichnet. Die Dauer eines akuten Nierenversagens schwankt zwischen einigen Stunden und mehreren Wochen.
Klinisch unterteilt man das akute Nierenversagen in
Die Prognose für die nichtoligurische Form besser.
Pathophysiologisch unterscheidet man im Fall des akuten Nierenversagens prärenale (20-40%), renale (50%) und postrenale Formen (10%).
Alle Formen des prärenal ausgelösten akuten Nierenversagens beruhen auf einer Verminderung des (effektiven) Blutvolumens. Es kommt dadurch sekundär zu ischämisch bedingten Schädigungen von Nephronen.
Ursachen sind:
Der Organismus versucht in solchen Fällen durch Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS), Katecholamin-Ausschüttung und erhöhte ADH-Ausschüttung eine Gegenregulation vorzunehmen.
Dies führt zu einer verminderten Ausscheidung von Wasser und Natrium.
Intrarenal ausgelöste Formen des akuten Nierenversagens zeichnen sich durch primäre Schädigung von Nephronen aus. Im Rahmen dieser direkten Schädigungen kommt es häufig zu ausgedehnten Tubulusnekrosen, die zur Ablagerung von Zelltrümmern im Tubuluslumen.
Ursachen können toxisch, entzündlich und infektiös sein:
Postrenal ausgelöste Formen des Nierenversagens entstehen durch Obstruktionen in den ableitenden Harnwegen. Durch die Obstruktion kommt es zur Anurie und zur Druckerhöhung oberhalb des Abflusshindernisses. Dadurch wird die Durchblutung der Niere gedrosselt.
Ursachen für eine Obstruktion sind:
Die Initialphase des akuten Nierenversagens ist bezüglich der Niere meistens asymptomatisch. Die Symptomatik der jeweils auslösenden Grunderkrankung steht im Vordergrund.
Das manifeste Nierenversagen äußert sich in einer stetigen Abnahme der glomerulären Filtrationsrate (GFR) und einer daraus resultierenden Zunahme der Retentionswerte (z.B. Kreatinin). Dieses Stadium des akuten Nierenversagens kann bis zu mehreren Wochen andauern.
Die folgende polyurischen Phase läutet die Wiederherstellung der Nierenfunktion ein, ist jedoch mit Tücken behaftet, da durch die massive Ausscheidung von bis zu 10 l Harn pro Tag der Wasser- und Elektrolythaushalt sehr ausgiebigen Schwankungen unterworfen wird. Die polyurische Phase besitzt eine hohe Mortalität.
Nur im Falle einer postrenalen Obstruktion bietet sich die Möglichkeit einer kausalen Therapie durch Entfernung bzw. Behebung der auslösenden Ursache. Daher ist bei einem akuten Nierenversagen die Sonographie der Nieren und Harnwege zum Ausschluss eines postrenalen Abflusshindernisses an erster Stelle durchzuführen.
Bei den prärenalen und intrarenalen Formen des akuten Nierenversagens gibt es keine kausale Therapieform. Die Therapie richtet sich nach den Komplikationen und ist symptomatisch. Eine zeitweilige Dialyse kann erforderlich werden. Im Falle eines prärenal ausgelösten akuten Nierenversagens ist es beispielsweise sinnvoll den Kreislauf möglichst schnell zu stabilisieren. Nur durch Aufhebung der Ursache kann das akute Nierenversagen therapiert werden.
Zusätzlich können in der Initialphase Diuretika, ANP und Dopamin zur Förderung der Diurese und zur Verbesserung der Nierendurchblutung verabreicht werden.




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