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Serumkreatinin

Synonym: Kreatinin im Serum

1 Definition

Serumkreatinin ist ein Laborparameter, der zur groben Abschätzung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsleistung) bestimmt wird - als Einzelwert oder im Rahmen der Kreatinin-Clearance.

2 Biochemie

Kreatinin ist ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit relativ konstanter Rate über den Urin ausgeschieden wird. Es entsteht als Abbauprodukt des Energiestoffwechsels in der Muskulatur. Die tägliche Ausscheidungsmenge ist proportional zur Muskelmasse, die stündliche Ausscheidung ist relativ konstant. Bei höheren Serumkonzentrationen kann Kreatinin auch aktiv sezerniert werden.

3 Referenzbereich

  • Männer: 0,6 - 1,2 mg/dl bzw. 53,1 - 106,2 μmol/l
  • Frauen: 0,5 - 1,0 mg/dl bzw. 44,3 - 88,2 μmol/l

Die Referenzwerte für Serumkreatinin sind methodenabhängig. Es gilt der vom jeweiligen Labor angegebene Referenzwert.

4 Umrechnung

Die Umrechnung zwischen beiden Werten basiert auf folgender Formel:

  • Wert in mg/dl x 88,4 = Wert in μmol/l

5 Indikationen

6 Analysemethoden

Serumkreatinin kann im Labor mit unterschiedlichen Analysemethoden bestimmt werden. Das präziseste Verfahren ist die massenspektrometrische Isotopenverdünnungsanalyse (IDMS). Die IDMS ergibt tendenziell geringere Werte für Serumkreatinin als ältere Analysemethoden, wenn das Serumkreatinin niedrig ist. Dieser Umstand ist wichtig, wenn das Serumkreatinin zur Berechnung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) herangezogen wird.

7 Aussagekraft

Serumkreatinin ist als Marker der Nierenfunktion relativ unsensitiv. Es kommt erst dann zu einem Anstieg des Serumkreatinins, wenn die glomuläre Filtrationsrate auf 50% oder weniger reduziert ist. Geringere Nierenfunktionseinschränkungen sind daher am Serumkreatininwert nicht zu erkennen (sog. "kreatininblinder Bereich").

Ein weiteres Manko ist, dass die Serum- bzw. Plasmakonzentration des Kreatinins nicht nur von seiner renalen Clearance abhängt, sondern auch von der Muskelmasse. Kachektische Patienten können z.B. schon bei einem Serumkreatinin von weniger als 3 mg/dl dialysepflichtig sein. Ähnliches gilt für Diabetiker oder Gelähmte mit geringer Muskelmasse, alte Menschen oder Patienten mit größeren Amputationen.

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