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Vasa praevia

Englisch: vasa previa

1 Definition

Vasa praevia bezeichnen eine gefährliche Schwangerschaftskomplikation, bei der die fetalen Blutgefäße in der Nähe des inneren Muttermundes verlaufen, ohne dass sie durch die Plazenta oder die Wharton-Sulze der Nabelschnur geschützt werden.

2 Epidemiologie

Vasa praevia treten selten auf, die Inzidenz wird mit einer pro 5.000 bis eine pro 2.500 Schwangerschaften angegeben.

3 Pathophysiologie

Oft besteht eine Assoziation mit der Insertio velamentosa, bei der die Nabelschnur außerhalb der Plazenta in den Eihäuten inseriert. Zum Teil werden Vasa praevia auch als Sonderform der Insertio velamentosa bezeichnet. Zudem scheint ein Zusammenhang mit dem Auftreten der Placenta praevia zu bestehen. Die genauen Entstehungsprozesse sind bislang (2021) nicht abschließend aufgeklärt.

Durch die exponierte Lage am unteren Pol des Uterus im Bereich des Muttermundes sind Vasa praevia mit einem besonders hohen Risiko einer Ruptur während des Blasensprungs bzw. unter der Geburt assoziiert. Diese führt zu einer fetalen Blutung mit Hypoxie. Unter Umständen kann es zu einem raschen Verbluten des Kindes unter der Geburt kommen.

Zudem kann die zunehmende Größe des Fetus und der Druck des Kopfes in Schädellage zu einer Kompression der Blutgefäße führen, da diese nicht durch das Nabelschnurgewebe gepolstert sind. Die Unterversorgung des Fetus führt dann zu Entwicklungs- und Gedeihstörungen.

4 Symptomatik

Im Rahmen einer Ruptur der fetalen Gefäße kommt es zu einer (schmerzlosen) vaginalen Blutung.

5 Diagnostik

Wird in der Routine-Ultraschalluntersuchung eine Insertio velamentosa festgestellt, sollte der Verlauf der fetalen Gefäße sonographisch dargestellt werden. Gleiches gilt bei Anzeichen einer kindlichen Bradykardie bzw. Hypoxie in der Kardiotokographie. Der Nachweis von Vasa praevia lässt sich in der vaginalen Farbduplexsonographie stellen.

6 Differentialdiagnose

7 Therapie

Zum Ende der Schwangerschaft ist die Durchführung einer elektiven Sectio caesarea noch vor Auftreten des Blasensprungs indiziert.

Besteht die Diagnose bereits in früheren Phasen der Schwangerschaft, sollten ab der 28. Schwangerschaftswoche engmaschige sonographische und kardiotokographische Kontrollen erfolgen, unter Umständen im Rahmen eines stationären Aufenthaltes. Einige Autoren befürworten eine frühzeitige Entbindung per Sectio ab der 34. bzw. 35 Schwangerschaftswoche, ggf. nach Induktion der Lungenreife mittels Glukokortikoidgabe. Einheitliche Empfehlungen bezüglich des elektiven Entbindungszeitpunktes liegen aktuell (2021) nicht vor.

Im Falle eines frühzeitigen Blasensprungs oder bei fetaler Blutung ist eine Notfall-Sectio indiziert.

8 Prognose

Bei undiagnostizierten Vasa praevia besteht eine hohe perinatale Mortalität des Kindes von 50 bis 75 %.

9 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Juli 2021 um 12:57 Uhr bearbeitet.

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