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Entwicklungsstörung

Englisch: developmental disorder

1 Definition

Unter Entwicklungsstörungen versteht man im Allgemeinen Fehler in der Entwicklung.

2 Vorkommen

Entwicklungsstörungen können sich zum einen auf die psychische Entwicklung beziehen und werden dann im Fachbereich Psychiatrie und Psychologie behandelt. Hier hängt das Ausmaß der Störung davon ab, in welcher lebensgeschichtlichen Phase es zu einer Störung kam. Dabei kann es zum einen zu einer Störung von Innen zum Beispiel im Rahmen von Stoffwechselerkrankungen kommen oder zu einer Störung von Außen im Rahmen von Traumatisierungen oder Erziehungsdefiziten.

Entwicklungsstörungen können sich aber auch auf die physische Entwicklung beziehen. Hier muss unterschieden werden zwischen Entwicklungsstörungen, die während der Fetal- und Embryonalzeit auftreten und solche, welche zum Beispiel durch Vitaminmangel in der frühkindlichen Entwicklungsphase auftreten.

3 Ursachen

Man kann Entwicklungsstörungen in angeborene und erworbene Entwicklungsstörungen unterteilen. Obgleich der Begriff erworben hier irreführend seind kann.

Angeborene Entwicklungsstörungen beruhen auf einer fehlerhaften Fetal- bzw. Embryonalentwicklung. Sie können als Missbildung Ausdruck finden.

Erworbene Entwicklungsstörungen sind Störungen, die aufgrund äußerer Defizite (z.B. Vitaminmangel) entstehen.

4 Beispiele angeborener Entwicklungsstörungen

5 Beispiele erworbener Entwicklungsstörungen

6 Entwicklungsstörungen in der Opthalmologie

In der Ophthalmologie, der Augenheilkunde, kann es eine Reihe von angeborenen Entwicklungsstörungen geben, die jeden Teil des Auges betreffen können.

Embryologisch bildet sich die Netzhaut des Auges aus dem Neuralrohr, welches aus dem Neuroektoderm, einem der drei Keimblätter hervorgeht. Das Epithel der Augenlinse sowie das Epithel der Augenlieder bildet sich aus dem Oberflächenektoderm. Aus Anteilen des Mesoderms bilden sich die Augenmuskulatur, die knöcherne Augenhöhle und das Bindegewebe.

Kommt es in der Embryonalentwicklung zu einer Störung zum Beispiel durch chemische Noxen wie Dämpfe oder Alkohol, durch ionisierende Strahlung oder durch Erreger wie Bakterien oder Viren, können die einzelnen Ausbildungen der Strukturen des Auges gestört werden.

7 Kongenitales Glaukom

Zu einer der angeborenen Entwicklungsstörungen gehört das kongenitale Glaukom. Die Symptome hierbei sind analog zu den Symptomen des Glaukoms im Erwachsenenalter, nur sind es hier Kinder, die über Beschwerden wie Augentränen, Schmerzen, Lidschwellung oder Lichtscheu klagen. Unbehandelt besteht die Gefahr der Erblindung.

8 Pterygium

Unter einem Pterygium versteht man ein sogenanntes Flügelfell, was ebenfalls angeboren sein kann und zum Auftreten von Doppelbildern führt.

9 Dyskranie

Hier kommt es durch eine Fehlbildung im Gesichtsschädel und damit der knöchernen Augenhöhle zu einem Exophthalmus.

10 kongenitale Ptosis

Hier kommt es zu einem Herabhängen des Augenlides, welches meist auf beiden Augen auftritt.

11 Frühgeborenenretinopathie

Bei der Frühgeborenenretinopathie kommt es zu einer Netzhautablösung, welche sich durch eine Leukokorie bemerkbar macht.

12 Morbus Coats

Auch hier zeigt sich eine Leukokorie, welche oft mit einem einseitigen Schielen und mitunter mit einer Netzhautablösung einhergeht.

13 persistierender hyperplastischer primärer Glaskörper

Diese auch als PHPV bezeichnete Erkrankung ist meist auf eine Auge beschränkt und hat ihre Ursache in der Entwicklungsstörung des Glaskörpers. Häufig findet man bei den betroffenen Kindern auch einen Mikrophthalmus.

14 Tränen gangsverschluss

Hierbei kommt es zu einer Störung der Ausbildung des Tränenganges mit einem resultierenden Verschluss des selbigen. Die Kinder klagen über Augentränen, weißlichen, oftmals eitrigen Ausfluss aus dem Auge sowie morgendlich verklebte Lider. Schmerzen bestehen bei dieser Erkrankung nicht.

15 Lidfehlstellungen oder Lidmissbildungen

Augenlidfehlstellungen äußern sich z.B. in einem sogenannten Ektropium oder Entropium. Augenlidmissbildungen zeigen sich in unvollständig entwickelten Augenlidern, welche die Gefahr der Austrocknung für das Auge mit sich bringen.

16 Strabismus

Das Schielen ist ebenfalls eine kongenitale Störung aufgrund einer Dysfunktion oder Lähmung einzelner Augenmuskeln.

17 Ausbildung nur eines Auges

In Kombination mit anderen schweren Missbildungen kann es zur Ausbildung eines sogenannten Zyklopenauges kommen. Dabei ist nur eine einzelne Augenanlage vorhanden. Aufgrund der anderen schweren und zumeist cerebralen Missbildungen sind diese Kinder nicht lebensfähig.

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