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Entwicklungsstörung

Synonym: neurologische Entwicklungsstörung
Englisch: developmental disorder

1 Definition

Unter Entwicklungsstörungen versteht man die im Vergleich zu einem gleichaltrigen Kollektiv deutlich verzögerte oder fehlende Ausbildung bestimmter physischer und/oder psychischer Merkmale. Betroffen sein können u.a. kognitive, emotionale, soziale und motorische Fähigkeiten sowie die Sprache. Im Hinblick auf den nicht altersadäquaten Verlauf spricht man in leichteren Fällen auch von einer Entwicklungsverzögerung.

Entwicklungsstörungen im engeren Sinn sind neurologisch bedingt und treten bereits im Kleinkind- oder Kindesalter auf.

2 Nomenklatur

Häufig wird der Begriff "Entwicklungsstörung" auch für morphologische Fehlentwicklungen verwendet, zum Beispiel für Störungen der Organentwicklung oder des Wachstums. Hier sollten jedoch besser spezifischere Begriffe wie "Fehlbildung", "Gedeihstörung" oder "Wachstumsstörung" verwendet werden.

3 Hintergrund

Bei Entwicklungsstörungen sind Kenntnisse und Fähigkeiten betroffen, die auf der biologischen Reifung des Zentralnervensystems im Kindesalter basieren. Welche Fähigkeiten betroffen sind und wie stark die jeweilige Ausprägung ist, variiert dabei stark.

4 Einteilung

Die Einteilung nach ICD-10 lautet wie folgt:

Code Beschreibung Beispiele
F80.- Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache
F81.- Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
  • Legasthenie
  • isolierte Rechtschreibstörung
  • Rechenstörung
F82.- Umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen
F83 Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen
F84.- Tiefgreifende Entwicklungsstörungen
F88 Andere Entwicklungsstörungen
F89 Nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörung

Die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen werden im ICD-11 durch die Bezeichnung Autismus-Spektrum-Störung ersetzt.

5 Diagnose

Für die Diagnose sind standardisierte Test erforderlich, anhand derer die Fähigkeiten und Kenntnisse beurteilt werden. Der Erwerb und die Ausführung liegen bei einer bestehenden Entwicklungsstörung dabei deutlich unter dem altersgemäßen Niveau. Entscheidend ist auch der Ausschluss anderer Ursachen für die Beeinträchtigung der Fähigkeiten, wobei medizinische, psychische oder soziale Faktoren berücksichtigt werden müssen. Die Symptome einer Entwicklungsstörung liegen bereits im Kindesalter vor, auch wenn sie zum Teil erst retrospektiv im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter erkannt werden.

6 Therapie

Die Therapie erfolgt nach einem interdisziplinären Ansatz und richtet sich nach der Ausprägung und dem Schweregrad der Entwicklungsstörung. Zum Einsatz kommen z.B. Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie.

7 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Mai 2022 um 15:57 Uhr bearbeitet.

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