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Ureterabgangsenge

Synonym: Nierenbeckenabgangsstenose

1 Definition

Die Ureterabgangsenge ist eine Fehlbildung des Harnleiters und wird auch als Nierenbeckenabgangsstenose bezeichnet.

2 Ätiologie

Die Ureterabgangsenge zählt zu den häufigen Fehlbildungen des Harnleiters (Ureter). Es gibt eine Vielzahl von Ursachen, die zu einer Ureterabgangsenge führen können. Zur Grobeinteilung werden die Ursachen in intrinsische und extrinsische Ursachen unterteilt. Zu den intrinsischen Ursachen zählen alle angeborenen Fehlbildungen. So kommt es insbesondere bei strukturellen angeborenen (kongenitalen) Veränderungen im Bereich des pyelouretralen Übergangs zu einer Ureterabgangsenge. Das bedeutet, dass der Bereich, in dem der Harnleiter aus dem Nierenbecken abgeht, zum Beispiel wandverdickt oder im Sinne einer Lageanomalie abgeknickt ist. Dieses führt im Abgang des Harnleiters zu besagter Einengung. Neben den intrinsischen angeborenen Ursachen gibt es die extrinsischen Ursachen. Zu denen zählen alle nicht angeborenen Ursachen. Dies können zum einen entzündliche Prozesse sein, die zu strukturellen Veränderungen im Bereich des Harnleiterabgangs und damit zu einer Enge führen. Hierbei kann die zugrunde liegende Entzündung noch vorhanden oder bereits abgeklungen sein. Bei letzteren spricht man von einer postentzündlichen Ureterabgangsenge. Ebenso kann es nach Traumata zu einer Ureterabgangsenge kommen. Zum Beispiel indem sich am Ureterabgang ein Hämatom ausbildet, welches den Ureterabgang komprimiert. Auch durch Tumoren, Metastasen, Strikturen oder Gefäßmissbildungen / Gefäßanomalien kann es zur Kompression und damit zur Einengung des Harnleiters in seinem Abgang kommen. Zudem kann es nach Operationen im Bereich der Harnleiter zu Verwachsungen kommen, die eine Ureterabgangsenge nach sich ziehen.

3 Folgen

Die Folge einer Ureterabgangsenge liegt in einem verminderten oder vollständig aufgehobenen Urinabfluß aus dem Nierenbecken. Dies führt wiederum zu einem Harnstau und einer Erweiterung (Dilatation) des Nierenbeckens sowie des Nierenbeckenkelchsystems. Je nach Ursache der Ureterabgangsenge kann diese Erweiterung dauerhaft (permanent), phasenweise (intermittierend) oder nur über einen bestimmten Zeitraum (temporär) bestehen.

4 Symptomatik

Die Symptomatik der Ureterabgangsenge ist sehr vielgestaltig und wenig charakteristisch. Insbesondere bei den kongenitalen Ureterabgangsengen zeigen sich häufig Gedeihstörungen des Kindes zusammen mit unklaren Raumforderungen im Oberbauch. Dazu kommen die Symptome des klassischen Harnstaus und bei Fortbestehen des akuten / chronischen Nierenversagens mit Inappetenz, Erbrechen und Flankenschmerzen bis hin zur Somnolenz. Es kann eine Hämaturie ebenso auftreten wie durch den verminderten Harnfluß bedingte rezidivierende Nierenbeckenentzündungen (Pyelonephritis). Einige Patienten zeigen keine Symptome und werden als asymptomatisch bezeichnet. Vor allem intermittierende Ureterabgangsengen können vom Körper lang toleriert und kompensiert werden.

5 Diagnostik

Neben Anamnese und Laboruntersuchung (insbesondere Retentionsparameter) sind die Sonographie und die seitengetrennte Diurese-Renographie die Standarddiagnostikmittel. Im Urogramm kann die Enge nachgewiesen werden. Da es auch asymptomatische Patienten gibt, können Ureterabgangsengen durchaus auch sonographische Zufallsbefunde sein.

6 Therapie

Die Therapie der Wahl ist die operative Sanierung der Ureterabgangsenge. Sobald der Patient symptomatisch wird, also Symptome infolge der Ureterabgangsenge zeigt, ist eine Operation indiziert. Ist der Patient asymptomatisch und besteht die Ureterabgangsenge nur einseitig ohne Störung der Nierenfunktion kann unter Umständen an ein konservatives Vorgehen mit engmaschiger Verlaufskontrolle gedacht werden.

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