Duplex-Sonographie
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Synonyme: Duplexsonographie, Duplexsonografie
Definition
Die Duplex-Sonographie ist ein nicht-invasives Untersuchungsverfahren, das eine Kombination von Doppler-Sonographie und B-Bild-Sonographie darstellt. Wird die Ultraschallinformation zusätzlich farbkodiert, spricht man von einer Farbduplex-Sonographie.
Sie kombiniert zwei Ultraschallverfahren:
- B-Mode-Sonografie (Brightness Mode)→ stellt anatomische Strukturen dar (Gefäßwand, Lumen, Plaques, Thromben)
- Doppler-Sonografie→ erfasst Richtung, Geschwindigkeit und Charakteristik des Blutflusses
Die Kombination ermöglicht die gleichzeitige morphologische und hämodynamische Beurteilung eines Gefäßes.
Sie ist eines der wichtigsten Verfahren in der Gefäßdiagnostik.
Hintergrund
Die Methode basiert auf dem von Christian Doppler beschriebenen Doppler-Effekt.
Prinzip:
Bewegen sich Erythrozyten relativ zum Schallkopf, verändert sich die reflektierte Ultraschallfrequenz:
- Bewegung zum Schallkopf hin → Frequenzanstieg
- Bewegung vom Schallkopf weg → Frequenzabfall
Aus der Frequenzverschiebung wird die Flussgeschwindigkeit berechnet.
Wichtige Einflussgröße: Dopplerwinkel
Optimal: 30–60°
Bei >60° steigen Messfehler stark an.
Bei 90° ist keine zuverlässige Geschwindigkeitsmessung möglich.
siehe auch: Flussprofil
Bestandteile der Duplex-Sonografie
1. B-Bild (Graustufen)
Zeigt:
- Gefäßwand
- Intima-Media-Dicke
- Plaques
- Thromben
- Aneurysmen
- Lumeneinengung
Nutzen: morphologische Diagnostik
2. Farbdoppler
Kodiert Flussrichtung farbig.
Standardkonvention:
- Rot → Fluss zum Schallkopf
- Blau → Fluss vom Schallkopf weg
Wichtig:
Das bedeutet nicht automatisch arteriell vs. venös.
Farbdoppler dient zur:
- Orientierung
- schnellen Detektion von Turbulenzen
- Lokalisierung von Stenosen
- Darstellung von Reflux
Klinische Indikationen
Arterielle Diagnostik
Karotisstenose
Nachweis von:
- Plaques
- Stenosegrad
- Flussbeschleunigung
- poststenotischen Turbulenzen
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Beurteilung von:
- Stenosen
- Verschlüssen
- Kollateralen
- Bypasskontrolle
Aneurysmen
z. B.:
- Bauchaortenaneurysma
- Popliteaaneurysma
Nierenarterienstenose
Hinweis auf sekundäre Hypertonie
Venöse Diagnostik
Tiefe Venenthrombose (TVT)
Goldstandard der Erstdiagnostik:
Kriterien:
- fehlende Komprimierbarkeit
- intraluminales Echo
- fehlender Fluss
- fehlende Flussaugmentation
Chronisch venöse Insuffizienz
Nachweis von:
- Klappeninsuffizienz
- pathologischem Reflux (> 0,5 Sekunden häufig pathologisch)
Organbezogene Diagnostik
- Lebergefäße (portale Hypertension)
- Nierentransplantatperfusion
- Mesenterialischämie
- Hoden-/Ovarialtorsion
- fetoplazentare Perfusion
Typische pathologische Befunde
Duplex vs. Doppler vs. Triplex
Das wird oft verwechselt.
Doppler-Sonografie: Nur Flussanalyse
Duplex-Sonografie: B-Bild + Doppler
Triplex-Sonografie: B-Bild + Farbdoppler + Spektraldoppler
Im klinischen Alltag wird „Duplex“ oft auch verwendet, wenn technisch ein Triplex-Modus läuft.