Theodrenalin
Englisch: theodrenaline
Definition
Theodrenalin ist ein Analeptikum, das vor allem in Kombination mit Cafedrin als Antihypotonikum zur Behandlung akuter Hypotonie eingesetzt wird. Die Kombination wird insbesondere in der Anästhesie und Notfallmedizin verwendet.
siehe auch: Theodrenalin-Cafedrin
Chemie
Theodrenalin ist ein Kombinationsmolekül aus Theophyllin und Noradrenalin. Es gehört strukturell zu den Xanthin-Derivaten mit zusätzlicher adrenerger Komponente. Die Summenformel lautet C17H21N5O5, die molare Masse beträgt 375,38 g/mol.
Pharmakodynamik
Theodrenalin wirkt direkt sympathomimetisch mit überwiegend stimulierendem Effekt auf β-Rezeptoren. Daraus resultieren:
- Steigerung der Kontraktilität (positiv inotrop)
- Erhöhung der Herzfrequenz (positiv chronotrop)
- Zunahme des Herzzeitvolumens
- Anstieg des Blutdrucks
Im Vergleich zu reinen Vasokonstriktoren führt Theodrenalin nur zu einer moderaten Erhöhung des peripheren Gefäßwiderstands.
Pharmakokinetik
Zur Pharmakokinetik von Theodrenalin liegen nur begrenzte Daten vor. Die Substanz wird vermutlich überwiegend hepatisch metabolisiert und renal eliminiert.
Indikation
Theodrenalin wird ausschließlich in Kombination mit Cafedrin angewendet zur:
- Therapie anästhesiebedingter klinisch relevanter Blutdruckabfälle bei Erwachsenen
- Therapie klinisch relevanter Hypotonien in der Notfallmedizin
Dosierung
Die Dosierung erfolgt individuell nach klinischer Wirkung. Die Gabe erfolgt üblicherweise intravenös in fraktionierten Boli.
Darreichungsformen
Die Applikation kann intravenös (bevorzugt) oder intramuskulär erfolgen.
Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit können Angina pectoris-Beschwerden auftreten oder verstärkt werden.
Wechselwirkungen
Theodrenalin kann mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren. Die gleichzeitige Anwendung von Betablockern kann die positiv inotrope Wirkung abschwächen und zu einer Senkung der Herzfrequenz führen. Andere Sympathomimetika wie Ephedrin können die blutdrucksteigernde Wirkung verstärken. Antihypertensiva wie Guanethidin können in ihrer Wirkung abgeschwächt werden.
Die gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern ist kontraindiziert, da es zu überschießenden hypertensiven Reaktionen kommen kann. In Kombination mit Inhalationsanästhetika wie Halothan besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen.
Kontraindikationen
Zu den Kontraindikationen gehören:
- Hypertonie
- Mitralstenose
- Engwinkelglaukom
- Hyperthyreose
- Phäochromozytom
- Prostataadenom mit Restharnbildung
- Überempfindlichkeit gegen Bestandteile
Darüber hinaus darf Theodrenalin in Kombinat mit Cafedrinnicht bei Bronchialasthmatikern mit Sulfitüberempfindlichkeit angewendet werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung in der Schwangerschaft sollte nur bei zwingender Indikation erfolgen. Für die Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten vor. Ein Übergang in die Muttermilch ist möglich.
Überdosierung
Symptome einer Überdosierung können sein:
- ausgeprägte Hypertonie
- Tachykardie
- Arrhythmien
- Unruhe
- Erbrechen
Quellen
- Fachinformation – Akrinor, abgerufen am 15.04.2026
- Kloth et al. AkrinorTM, a Cafedrine/ Theodrenaline Mixture (20:1), Increases Force of Contraction of Human Atrial Myocardium But Does Not Constrict Internal Mammary Artery In Vitro. Front Pharmacol. 8:272. 2017
- Bein et al. Cafedrine/Theodrenaline (20:1) Is an Established Alternative for the Management of Arterial Hypotension in Germany—a Review Based on a Systematic Literature Search. Front Pharmacol. 8:68. 2017