Kontraktilität
Englisch: contractility
Definition
Als Kontraktilität wird die intrinsische Fähigkeit von Organen und Geweben bezeichnet, sich zusammenzuziehen zu können, d.h. eine Kontraktion auszuführen.
Physiologie
Die Kontraktilität ist eine charakteristische Eigenschaft des Muskelgewebes und bedingt z.B. die Fähigkeit des Myokards, einen Druck in einer bestimmten Geschwindigkeit aufzubauen und damit ein Volumen mit einer bestimmten Geschwindigkeit auszuwerfen.
Die Kontraktilität wird durch spezialisierte Motorproteine ermöglicht, zu denen unter anderem Aktin und Myosin gehören. Sie ist die Grundlage jeder aktiven Bewegung. Entscheidend für die Kontraktilität ist die intrazelluläre Calciumkonzentration sowie die Calcium-Sensitivität der Myofilamente. Bei unzureichender Kontraktilität ist die Leistung eines Muskels bzw. die Auswurfleistung des Herzens unzureichend.
Herz
Die Kontraktilität des Herzens ist die Grundlage für die Aufrechterhaltung des Körperkreislaufs. Sie kann durch das vegetative Nervensystem dynamisch an verschiedene Belastungssituationen angepasst werden. Dazu wird auf zellulärer Ebene die Calciumverfügbarkeit modifiziert.
Darüber hinaus wird die Kontraktionskraft unabhängig von der vegetativen Innervation durch den Dehnungszustand der Sarkomere beeinflusst. Dieser Zusammenhang wird durch den Frank-Starling-Mechanismus beschrieben. Bei einer zu geringen Auswurfleistung des Herzens ist das endsystolische Volumen (ESV) erhöht und führt zu einer erhöhten Vorlast im nachfolgenden Herzzyklus, was zu einer erhöhten Kontraktionskraft führt.[1]
Quellen
- ↑ Yartsev, A: The Frank-Starling mechanism. Deranged Physiology, abgerufen am 11.5.2024