Cafedrin
Englisch: cafedrine
Definition
Cafedrin ist ein Sympathomimetikum, das in Kombination mit Theodrenalin als Antihypotonikum in der Anästhesie und Notfallmedizin verwendet.
siehe auch: Theodrenalin-Cafedrin
Chemie
Cafedrin ist ein Derivat des Theophyllins, das kovalent mit Norephedrin verknüpft ist. Die Summenformel lautet C18H23N5O3 molare Masse beträgt 357,41 g/mol.
Pharmakodynamik
Cafedrin wirkt überwiegend stimulierend an β-Rezeptoren. Die Kombination mit Theodrenalin führt zur Steigerung der Kontraktilität (positive Inotropie), Zunahme des Herzzeitvolumens, moderater Erhöhung des Blutdrucks und geringer Beeinflussung des peripheren Gefäßwiderstands (v.a. Theodrenalin). Der Wirkungseintritt erfolgt rasch durch Theodrenalin, während Cafedrin eine länger anhaltende Wirkung vermittelt.
Indikation
Cafedrin wird in Kombination mit Theodrenalin angewendet zur:
- Therapie anästhesiebedingter klinisch relevanter Blutdruckabfälle bei Erwachsenen
- Therapie klinisch relevanter Hypotonien in der Notfallmedizin
Dosierung
Die Dosierung erfolgt individuell nach klinischer Wirkung. Üblicherweise wird die Kombination intravenös fraktioniert appliziert.
Applikation
Die Applikation kann intravenös (bevorzugt) oder intramuskulär erfolgen.
Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit können Angina pectoris-Beschwerden auftreten oder verstärkt werden.
Wechselwirkungen
Cafedrin kann in Kombination mit Theodrenalin mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren. Die gleichzeitige Anwendung von Betablockern kann zu einer Abschwächung der positiv inotropen Wirkung sowie zu einer ausgeprägteren Senkung der Herzfrequenz führen. Andere Sympathomimetika wie Ephedrin können die blutdrucksteigernde Wirkung verstärken. Antihypertensiv wirkende Substanzen, beispielsweise Guanethidin, können in ihrer Wirkung abgeschwächt werden. Die gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern ist kontraindiziert, da es zu überschießenden hypertensiven Reaktionen kommen kann. Bei Kombination mit Inhalationsanästhetika wie Halothan besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen.
Kontraindikationen
Zu den Kontraindikationen gehören:
- Hypertonie
- Mitralstenose
- Engwinkelglaukom
- Hyperthyreose
- Phäochromozytom
- Prostataadenom mit Restharnbildung
- Überempfindlichkeit gegen Bestandteile
Darüber hinaus darf Cafedrin in Kombinat mit Theodrenalin nicht bei Bronchialasthmatikern mit Sulfitüberempfindlichkeit angewendet werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung in der Schwangerschaft sollte nur bei zwingender Indikation erfolgen. Für die Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten vor. Ein Übergang in die Muttermilch ist möglich.
Überdosierung
Symptome einer Überdosierung können sein:
- ausgeprägte Hypertonie
- Tachykardie
- Arrhythmien
- Unruhe
- Erbrechen
Quellen
- Fachinformation – Akrinor, abgerufen am 15.04.2026
- Kloth et al. AkrinorTM, a Cafedrine/ Theodrenaline Mixture (20:1), Increases Force of Contraction of Human Atrial Myocardium But Does Not Constrict Internal Mammary Artery In Vitro. Front Pharmacol. 8:272. 2017
- Bein et al. Cafedrine/Theodrenaline (20:1) Is an Established Alternative for the Management of Arterial Hypotension in Germany—a Review Based on a Systematic Literature Search. Front Pharmacol. 8:68. 2017