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Swollen Head Syndrome

Synonym: SHS

1 Definition

Das Swollen Head Syndrome, kurz SHS, ist ein komplizierter Verlauf der aviären Rhinotracheitis (ART) bei Hühnervögeln.

2 Ätiologie

Als Erreger gilt das aviäre Metapneumovirus (aMPV), das im klinischen Sprachgebrauch auch als aviäres Rhinotracheitisvirus bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um ein zur Familie der Paramyxoviridae gehörendes, behülltes und ca. 150 nm großes Virus

3 Hintergrund

Tiere mit SHS erkennt man an einer verringerten Futter- und Wasseraufnahme, verringerten Gewichtszunahme (wirtschaftlich relevant bei Masthühnern), reduzierten Legeleistung (wirtschaftliche Relevanz bei Legehennen) sowie einer verminderten Schlupfrate der infizierten Bruteier.

4 Epidemiologie

Die Erkrankung breitet sich rasch im gesamten Bestand aus. Die Virusübertragung erfolgt hauptsächlich horizontal, ist aber auch vertikal möglich.

5 Pathogenese

Zur Pathogenese liegen derzeit (2021) noch keine detaillierten Untersuchungen vor. Aufgrund möglicher zentralnervöser Veränderungen wird eine Beteiligung des Nervensystems am Krankheitsverlauf vermutet.

6 Klinik

Masthühner zeigen in der zweiten Masthälfte anfänglich Schnupfen, Atemgeräusche, Konjunktivitis und Ödeme im Kopfbereich. Später kommen zentralnervöse Störungen wie Desorientierung, Torticollis und Opisthotonus hinzu.

7 Pathohistologie

Pathohistologisch findet man eine Zerstörung der trachealen Zilien sowie katarrhalisch-purulente Veränderungen im oberen Respirationstrakt. Mit längerer Dauer kommen fibrinös-purulente bis hämorrhagische Ablagerungen mit Myositis und Leukozyteninfiltration in der Unterhaut im Kopf-, Rumpf- und Oberschenkelbereich bis hin zur Kloake vor.

Weitere mögliche Manifestationen sind Splenomegalie, Peritonitis, Perikarditis und Aerosacculitis (Entzündung der Luftsäcke).

8 Differenzialdiagnosen

Differenzialdiagnostisch sind sämtliche Erkrankungen mit Beteiligung des Respirationstraks und des ZNS sowie Clostridien-Infektionen zu berücksichtigen.

9 Diagnose

Sowohl die Anamnese als auch die Klinik und die Sektionsbefunde geben erste Hinweise auf eine Erkrankung durch das aviäre Metapneumovirus. Aufgrund der schwierigen Erregerisolierung mittels Virusanzucht sollte eine RT-PCR durchgeführt werden. Alternativ stehen auch ein ELISA sowie ein Neutralisationstest zur Verfügung.

10 Therapie

Eine Kausaltherapie steht nicht zur Verfügung. Die Bekämpfung orientiert sich daher an Prophylaxemaßnahmen, wie z.B. strikte Hygienevorschriften sowie die bestandsweite Impfung mit attenuierten Lebend- oder Inaktivatimpfstoffen.

11 Literatur

  • Siegmann O, Neumann U (Hrsg.) 2012. Kompendium der Geflügelkrankheiten. 7., überarbeitete Auflage. Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. ISBN: 978-84268333-4

Diese Seite wurde zuletzt am 6. August 2021 um 17:02 Uhr bearbeitet.

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