Propafenon
Synonyme: Propafenonhydrochlorid, Propafenoni hydrochloridum
Handelsnamen: Rytmonorm
Definition
Propafenon ist ein Antiarrhythmikum der Klasse Ic, das in der Therapie von Herzrhythmusstörungen zum Einsatz kommt.
Chemie
Propafenon hat die Summenformel C21H27NO3 und eine molare Masse von 341,44 g/mol.
Wirkmechanismus
Propafenon ist ein Natriumkanalantagonist, der den Einstrom von Natriumionen in die Kardiomyozyten verlangsamt, sodass die Erregbarkeit des Herzens abnimmt. Somit wirkt der Arzneistoff negativ bathmotrop. Außerdem blockiert er die Betarezeptoren, woraus eine negative Chronotropie resultiert.
Pharmakokinetik
Der Wirkstoff wird zwei bis drei mal am Tag oral eingenommen und liegt im Blut zu 97 % an Plasmaproteine gebunden vor. Hierbei beträgt die Plasmahalbwertszeit durchschnittlich ungefähr sechs Stunden. Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich über die Leber und unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Effekt.
Indikationen
Propafenon ist indiziert zur Behandlung von:
- symptomatischen tachykarden supraventrikulären Herzrhythmusstörungen (z.B. AVNRT, WPW-Syndrom oder paroxysmales Vorhofflimmern)
- lebensbedrohlichen ventrikulären Tachykardien
Dosierung
Die Dosierung erfolgt individuell unter kardiologischer Überwachung. Bei Patienten mit einem Körpergewicht von ca. 70 kg beträgt die übliche Tagesdosis 450–600 mg Propafenonhydrochlorid, verteilt auf 2–3 Einzeldosen. In Einzelfällen kann eine Steigerung auf 900 mg/Tag erforderlich sein. Dosisanpassungen sind bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion erforderlich. Während der Therapie sind regelmäßige EKG-Kontrollen obligat.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
- Störungen der Kreislaufregulation
- Brustschmerzen
- Veränderungen im Charakter der Rhythmusstörung
- Mundtrockenheit, Störungen der Geschmacksempfindung
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Leberfunktionsstörungen
- Störungen des Gastrointestinaltrakts: Übelkeit, Erbrechen, Obstipation
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
- Herzinsuffizienz
- Bradykardien
- Störungen im Sinus-Knoten/AV-Knoten
- Sick-Sinus-Syndrom
- innerhalb der ersten drei Monate nach einem Myokardinfarkt
- Hypotonie
- Störungen des Elektrolythaushalts (v.a. Kaliumhaushalt)
- schweres Asthma bronchiale
- Myasthenia gravis
- Schwangerschaft, Stillzeit
- Brugada-Syndrom
Literatur
- Fachinformation Propafenon, zuletzt abgerufen am 19.02.2026