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Prevotella

nach André-Romain Prévot (1894-1982), französischer Mikrobiologe

1 Definition

Prevotella ist eine Gattung von Bakterien, die zur Familie der Prevotellaceae gehört. Sie sind potentielle Erreger von Infektionen des weiblichen Genitaltraktes, des kleinen Beckens und der Mundhöhle.

2 Systematik

Bisher sind etwa 15 Arten benannt und bis zu 30 unbenannt.

3 Eigenschaften

Prevotella ist ein gramnegatives Bakterium, das obligat anaerob lebt. Es ist pleomorph stäbchenförmig, unbeweglich und bildet keine Sporen aus. Es besitzt einen chemoorganotrophen Gärungsstoffwechsel, dessen Hauptendprodukte Acetat und Succinat sind.

4 Vorkommen

Prevotellen kommen in der normalen mikrobiellen Flora von Mundhöhle und Vagina vor, sind aber auch an nekrotisierenden Entzündungsprozessen beteiligt.

Prevotella bivia und Prevotella disiens gehören zur Normalflora der Vagina, verursachen aber auch Infektionen in tieferen Regionen des Respirationstrakts. Prevotella melaninogenica, Prevotella intermedia, Prevotella denticola, Prevotella buccalis, Prevotella oralis und andere Arten besiedeln die Mundhöhle.

Prevotellen sind die dominante Bakteriengattung beim Enterotyp 2.

5 Klinik

Prevotellen können u.a. folgende Erkankungen auslösen:

Einige Arten sind so genannte Leitkeime, z.B.

6 Nachweis

Prevotellen können über einfache phänotypische Tests nachgewiesen werden und es kann eine Abgrenzung und Unterscheidung der Leitkeime zu den anderen Prevotellenarten vorgenommen werden.

Durch Anzüchten in [[Bakterienkulturen können über die positive Indolreaktion sowie über die Bildung von schwarzen Protohämpigment auf bluthaltigen Nährmedien die Prevotellaarten in "pigmentierte" und "nichtpigmentierte" Arten eingeteilt werden. Pigmentierte Prevotellen sind am schnellsten in den Hämolysezonen von Staphylococcus aureus nachzuweisen, der deshalb mit aufgeimpft werden sollte.

Die weitere Unterteilung der Arten erfolgt über Abimpfen auf Blutagarplatten mit verschiedenen Blutsorten und über den Nachweis von bestimmten Enzymen (z.B. Xylosidase), welche für die jeweilige Prevotellaart charakteristisch sind.

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