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Pankreas (Wiederkäuer)

Synonym: Bauchspeicheldrüse
Englisch: pancreas

1 Definition

Das Pankreas der Wiederkäuer ist eine exokrin und endokrin tätige Drüse im kranialen Bauchhöhlenabschnitt.

2 Allgemein

Das Pankreas ist eine groß ausgebildete Drüse, die dem Verdauungstrakt angeschlossen ist und zu den Darmanhangsorganen gezählt wird. Sie setzt sich aus einem exokrinen und einem endokrinen Anteil zusammen, die gemeinsam den Bauchspeichel sowie wichtige Hormone (Insulin, Glukagon) zur Regulation des Blutzuckerspiegels liefern.

Da sich die Bauchspeicheldrüse der Wiederkäuer sowohl funktionell als auch anatomisch und histologisch kaum von der Bauchspeicheldrüse der Fleischfresser unterscheidet, können weiterführende Informationen bei dieser Tierart entnommen werden:

siehe auch: Pankreas (Fleischfresser)

3 Anatomie

Das Pankreas der Wiederkäuer erscheint als helles oder dunkel- bis gelbbraun gefärbtes Organ. Es wiegt beim adulten Rind durchschnittlich 550 g.

Die Drüse kann in zwei Teile untergliedert werden, die mittig über einen Körper miteinander verbunden sind:

  • Lobus pancreatis sinister (Milzschenkel)
  • Lobus pancreatis dexter (Duodenalschenkel)
  • Corpus pancreatis: verbindet den linken und rechten Pankreasschenkel

Der zwischen dem rechten und linken Pankreaslappen bestehende Spalt (Incisura pancreatis) gewährt dorsal vom Corpus pancreatis der Vena portae einen Weg zur Leberpforte.

3.1 Ausführungsgang

Die Bauchspeicheldrüse des Rindes besitzt in der Regel nur einen Ausführungsgang, den Ductus pancreaticus accessorius. Dieser geht aus dem Lobus pancreatis dexter hervor und mündet etwa 300 bis 400 mm von der Papilla duodeni major entfernt in die Pars descendens des Duodenums. In manchen Fällen kann ein Ductus pancreaticus aufgefunden werden, der klein und schwer auffindbar mit dem Ductus choledochus gemeinsam an das Duodenum herantritt.

Bei den kleinen Wiederkäuern (Schaf und Ziege) ist meistens nur ein Ductus pancreaticus ausgebildet. Dieser schließt sich dem Endabschnitt des Ductus choledochus an, die dann gemeinsam etwa 30 mm von der Papilla duodeni major entfernt in das Duodenums einmünden. Beim Schaf kann histologisch noch ein Ductus pancreaticus accessorius nachgewiesen werden.

4 Topographie

Der Lobus pancreatis sinister schiebt sich zwischen den dorsalen Pansensack (Saccus dorsalis) und den linken Zwerchfellpfeiler ein. Hier erreicht er auch den Rand der Milz und ist mit dem Pansen und dem Crus sinistrum des Zwerchfells bindegewebig verbunden.

Das Corpus pancreatis sowie der Lobus pancreatis dexter legen sich der Viszeralfläche der Leber und dem Dorsalrand des Blättermagens an. Kaudodorsal erreicht das Pankreas die rechte Niere und legt sich mit seiner kaudoventralen Fläche den hier liegenden Jejunumschlingen sowie dem Colon transversum auf. Der Lobus pancreatis dexter entsendet nach rechts und kaudal einen schmaler werdenden Fortsatz, der im Gekröse eingebettet dorsal der Pars descendens duodeni diesen Darmabschnitt bis auf Höhe des 2. bis 4. Lendenwirbels begleitet.

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band II: Eingeweide. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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