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Ductus choledochus (Veterinärmedizin)

Synonym: Hauptgallengang

1 Definition

Der Ductus choledochus ist der letzte Abschnitt des Gallengangsystems bei den Haussäugetieren.

2 Anatomie

Die in den Hepatozyten gebildete Galle sammelt sich in den zwischenzelligen Gallenkapillaren, die in den Randpartien der Leberläppchen in kleine Gallengänge einmünden. Diese leiten die Galle an die Ductuli interlobulares weiter, um sich zu größeren Gängen, den Ductuli biliferi zu vereinigen. Die entsprechenden Ductuli vereinigen sich zu einem Ductus hepaticus sinister und Ductus hepaticus dexter. Diese wiederum treten tierartlich verschieden zum Ductus hepaticus communis zusammen, der die Leberpforte verlässt und in das Ligamentum hepatoduodenale eintritt.

Beim Pferd und beim Wiederkäuer vereinigen sich die Ductus hepatici beider Seiten zum Ductus hepaticus communis. Beim Schwein hingegen münden nur die Gallengänge der linken Leberlappen in einen Ductus hepaticus sinister, die der rechts gelegenen Lappen münden einzeln in den Ductus hepaticus communis. Beim Fleischfresser münden die Gallengänge der Leberlappen einzeln in den Gallenblasengang (Ductus cysticus), sodass beim Hund und bei der Katze ein Ducuts hepaticus sinister, Ductus hepaticus dexter und Ductus hepaticus communis fehlt.

Nachdem der Ductus hepaticus communis den Gallenblasengang der Gallenblase aufgenommen hat, wird er als Ductus choledochus bezeichnet. Dieser mündet im Anfangsabschnitt des Duodenums in der Papilla duodeni major in das Darmlumen.

3 Histologie

Der Ductus hepaticus communis, Ductus cysticus und Ductus choledochus zeigen histologisch den typischen dreischichtigen Aufbau:

Die Tunica mucosa trägt ein hohes und einschichtiges - beim Wiederkäuer von Becherzellen durchsetztes - prismatisches Epithel und enthält muköse, teilweise auch seröse Drüsen. Die Anzahl der Drüsen nimmt vom Rind über das Schwein bis zum Pferd stetig ab.

Kurz vor der Einmündung des Ductus choledochus in das Duodenum ist in der Wand eine aus zirkulären Fasern bestehende Verstärkung ausgebildet, die als Musculus sphincter ductus choledochi bezeichnet werden.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, Schummer, August, Seiferle, Eugen. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band II: Organsysteme. Parey Verlag, 2003.
  • König, Horst Erich, Liebich, Hans-Georg. Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Schattauer Verlag, 2014.

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