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Ductus pancreaticus (Veterinärmedizin)

Synonyme: Pankreasgang, Bauchspeicheldrüsengang, Wirsungischer Gang
Englisch: pancreatic duct

1 Definition

Der Ductus pancreaticus ist einer von zwei Ausführungsgängen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) beim Haussäugetier.

2 Embryologie

Das Pankreas entwickelt sich embryologisch aus dem dorsalen und den beiden seitlichen Bezirken des hepatopankreatischen Ringes. Aus der dorsalen Duodenalwand geht die dorsale Pankreasanlage hervor. Aus den beiden seitlichen Wänden gehen die zwei ventralen Anlagen hervor, von denen sich jedoch die linke nach kurzer Zeit wieder zurückbildet und die rechte ins dorsale Mesenterium einsprosst. Dabei wird die rechte ventrale Anlage auf den Endabschnitt des Ductus choledochus geschoben.

Beide bestehenden Anlagen bilden mit ihren Seitensprossen Drüsengewebe, wohingegen der primäre Epithelspross zum Ausführungsang wird. Im Zuge der Weiterentwicklung berührt schließlich die ventrale Anlage die dorsale Anlage und beide verschmelzen miteinander, wobei das Ausführungsgangssystem beider Anlagen miteinander kommuniziert. Einer der Gänge kann dabei von seinem darmseitigen Abschnitt her obliterieren und der verbleibende Gang das Sekret aus allen Teilen der vereinigten Drüse ableiten. Die Gangverhältnisse verhalten sich tierartlich unterschiedlich.

3 Anatomie

Grundsätzlich sind zwei Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse angelegt. Der Gang der ventralen Anlage wird als Ductus pancreaticus bezeichnet. Dieser mündet entweder gemeinsam mit dem Ductus choledochus oder in seiner unmittelbaren Nähe in den Anfangsabschnitt des Duodenums. Der Gang der dorsalen Anlage wird als Ductus pancreaticus accessorius (Santorinischer Gang) bezeichnet. Nachdem sich die Gänge beider Anlagen im Bereich des Corpus pancreatis vereinigt haben, ergeben sich für die verschiedenen Haussäugetiere folgende Unterschiede:

Beim Pferd und Hund bleiben nach der Vereinigung beider Drüsenanlagen beide Ausführungsgänge bestehen. Der Ductus pancreatis mündet dabei mit dem Ductus choledochus auf der Papilla duodeni major in das Duodenum. Der Ausführungsgang der dorsalen Anlage hingegen mündet (beim Hund fingerlang von ihm entfernt und beim Pferd antimesenterial der Papilla duodeni major) auf der Papilla duodeni minor in das Duodenum. Der Ductus pancreaticus accessorius ist beim Hund deutlich kräftiger ausgebildet als der Ductus pancreaticus. Ist bei beiden Tieren nur ein Gang ausgebildet, ist dies stets der Ductus pancreaticus accessorius.

Beim Schwein obliteriert ein Gang, sodass nur der Gang der dorsalen Anlage bestehen bleibt und als Ductus pancreaticus accessorius bezeichnet wird. Er mündet selbstständig auf der Papilla duodeni minor in das Duodenum ein, etwa 200 bis 250 mm vom Pylorus entfernt. Beim Rind finden sich dieselben Verhältnisse wie beim Schwein, sodass der Ductus pancreaticus accessorius etwa 300 bis 400 mm von der Papilla duodeni major entfernt in die Pars descendens des Duodenums einmündet. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle auch ein kleiner, jedoch schwer auffindbarer Ductus pancreaticus vorhanden ist, der in den Ductus choledochus einfließt.

Beim Schaf und bei der Ziege bleibt der Gang der ventralen Anlage erhalten. Der als Ductus pancreaticus bezeichnete Ausführungsgang mündet in den Endabschnitt des Ductus choledochus - etwa 30 bis 40 mm vor der gemeinsamen Mündung - auf der Papilla duodeni major.

Bei der Katze mündet der Ductus pancreaticus gemeinsam mit dem Ductus choledochus auf der Papilla duodeni major in das Duodenum. Zusätzlich ist noch ein kleiner und unscheinbarer Ductus pancreaticus accessorius ausgebildet, der eigenständig das Duodenum erreicht und ca. 10 mm distal des Ductus pancreaticus in die Pars descendens duodeni einfließt.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, Schummer, August, Seiferle, Eugen. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band II: Organsysteme. Parey Verlag, 2003.

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