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Onchocercidae

von griechisch: όγκος - Widerhaken

1 Definition

Als Onchocercidae bezeichnet man eine Familie innerhalb der Ordnung Spirurida.

2 Taxonomie

3 Erreger

Die Familie Onchocercidae kann in 8 Unterfamilien gegliedert werden, die wiederum ein großes Wirtsspektrum aufweisen. Mit über 70 Gattungen befallen die Parasiten neben Säugetieren auch Reptilien, Amphibien und Vögel.

Morphologisch unterscheiden sich Onchocercidae-Arten von Vertretern der Familie Filariidae u.a. dadurch, dass die Vulva bei den Weibchen zwar in der vorderen Körperhälfte, aber hinter dem Nervenring liegt.

Familie: Onchocercidae
Gattung Wirte Verbreitung Organbesiedelung  Mikrofilarien Zwischenwirte
Setaria Ungulaten kosmopolitisch Körperhöhlen Blut Culiciden, Musciden
Dirofilaria Fleischfresser (Sub-)Tropen subkutanes Bindegewebe, Blutgefäße, Herz Blut Culiciden
Loa Mensch Afrika subkutanes Bindegewebe Blut Tabaniden
Acanthocheilonema Caniden, Nager kosmopolitisch subkutanes Bindegewebe Blut Zecken, Flöhe, Läuse, Lausfliegen
Wucheria Mensch Tropen Blut-, Lymphgefäße Blut Culiciden
Brugia Mensch, Affen, Fleischfresser Tropen Blut-, Lymphgefäße Blut Culiciden
Dipetalonema Caniden (Sub-)Tropen subkutanes Bindegewebe Blut Schildzecken, Ceratopogoniden
Elaeophora Ungulaten kosmopolitisch Gefäßwände Haut Tabaniden
Mansonella Mensch Südamerika, Afrika subkutanes Bindegewebe Blut, Haut Ceratopogoniden
Onchocerca Ungulaten kosmopolitisch Bindegewebe Haut Simuliiden, Ceratopogoniden

Die meisten Onchocercidae-Arten enthalten intrazelluläre Bakterien der Gattung Wolbachia. Diese - auch bei Arthropoden vorkommenden Bakterien - werden von den Filarien vertikal weitergegeben und als Endosymbionten bezeichnet (auch wenn ihre Wechselwirkung mit den Nematoden noch nicht genau bekannt ist). Es werden Einflüsse der Baktieren auf Reproduktion und Häutungsprozesse diskutiert, wobei die durch die Wolbachien produzierten Lipopolysaccharide (LPS) bei Filariosen von pathogenetischer Bedeutung sein sollen.

Den Bakterien wird zusätzlich ein großes wissenschaftliches Interesse zugesprochen, da mit Tetrazyklinen antifilariale Effekte erzielt werden können. Aufgrund dieser Wirkung können neue Wege der Therapie und Bekämpfung von Parasitosen durch Filarien ermöglicht werden.

4 Entwicklung

Onchocercidae-Arten besiedeln Bindegewebe, Körperhöhlen und Gefäße der Wirte. Vom befallenen Organ ausgehend verteilen sich die Mikrofilarien im gesamten Wirtsorganismus, sodass sie durch hämatogene Streuung hauptsächlich in der Haut anzutreffen sind. Dort werden sie von geeigneten Zwischenwirten (vorwiegend hämatophage Arthropoden) während der Nahrungsaufnahme aufgenommen.

5 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

6 Link

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