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Nervus trigeminus (Veterinärmedizin)

Synonym: 5. Hirnnerv, Nervus V
Englisch: trigeminal nerve

1 Definition

Der Nervus trigeminus ist der 5. Hirnnerv und führt somatosensible und viszeromotorische Fasern. Er ist für die Sensibilität am Kopf sowie für die Kaumuskulatur beim Haussäugetier verantwortlich.

2 Embryologie

Der Nervus trigeminus gehört embryologisch - zusammen mit dem Nervus facialis (VII), dem Nervus glossopharyngeus (IX), dem Nervus vagus (X) und dem Nervus accessorius (XI) - zu den Kiemenbogennerven. Alle diese Nerven führen vorwiegend sensible Fasern (mit Ausnahme des Nervus accessorius) und entsprechen damit den Dorsalwurzeln der Spinalnerven. Sie besitzen wie diese ein außerhalb des Gehirns liegendes sensibles Ganglion. Gleichzeitig führen alle Kiemenbogennerven zusätzlich noch motorische Fasern.

3 Anatomie

Der Nervus trigeminus ist der größte sensible Nerv des Kopfes. Er tritt als mächtigster Hirnnerv kaudolateral der Brückenarme mit zwei Wurzeln, der

  • Radix sensoria (sensible Wurzel) und der
  • Radix motoria (motorische Wurzel)

an die Gehirnoberfläche.

Beide Wurzeln ziehen, eng miteinander verbunden, nach rostral und durchbohren nach kurzem Verlauf die Dura mater. Beim Hund ziehen die beiden Nervenbündel durch den Canalis nervi trigemini des Felsenbeins. Unmittelbar nachdem sie durch die Dura mater hindurch getreten sind - jedoch noch in der Schädelhöhle - ist in der Radix sensoria das große, rau-rötliche Ganglion trigeminale eingelagert. Dieses ist beim Pferd in die besonders deutlich ausgeprägte Impressio nervi trigemini des Felsenbeins eingebettet.

Das Ganglion trigeminale enthält alle Perikaryen der afferenten, sensiblen Trigeminusfasern - mit Ausnahme von propriozeptiven Fasern. Diese ziehen zunächst mit der Radix motoria ins Rautenhirn, wobei sie ihre Zellleiber im Nucleus tractus mesencephali nervi trigemini haben. Durch zarte Fäden steht der Plexus caroticus internus mit dem Ganglion trigeminale in Verbindung, wodurch den Trigeminusästen auch sympatische Fasern zugeführt werden.

3.1 Äste

Vom Ganglion trigeminale zweigen drei Hauptäste ab, die anhand ihres Innervationsgebietes bezeichnet werden:

Bevor die drei Hauptäste ihre einzelnen Nerven abgeben, entsenden zunächst alle Äste mehrere Rami meningei an die angrenzende Dura mater. Während der Nervus ophthalmicus und der Nervus maxillaris rein sensible Nerven darstellen, hat der Nervus mandibularis zusätzlich noch motorischen Charakter. Die Radix motorica (die auch afferente, propriozeptive Fasern enthält) kreuzt das Ganglion trigeminale medial und verbindet sich rostral von ihm mit einem Ast der Radix sensoria - so formen sie den Nervus mandibularis.

3.2 Versorgungsgebiet

Als mächtigster sensibler Nerv des Kopfgebietes versorgt der Nervus trigeminus den größten Teil der Haut am Kopf sowie sämtliche Schleimhäute des Kopfes - mit Ausnahme des Schlund- und Kehlkopfes. Zusätzlich werden die Wurzeln der Zähne im Ober- und Unterkiefer sensibel innerviert, während die motorischen Fasern des Nervus mandibularis v.a. die Kaumuskeln versorgen. Die einzelnen Trigeminusäste führen zusätzlich noch parasympathische Fasern.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, Schummer, August, Seiferle, Eugen. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band IV: Nervensystem. Parey Verlag, 2003.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Gille, Uwe. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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