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Hypotone Dehydratation

Englisch: hypotonic dehydratation

1 Definition

Die hypotone Dehydratation ist eine Form der Dehydratation, bei der das Verhältnis von Salzverlust zu Flüssigkeitsverlust auf seiten des Salzes liegt. Der Organismus hat mehr Salz als Flüssigkeit (Wasser) verloren. Durch die veränderten osmotischen Druckverhältnisse findet somit eine Verschiebung von Flüssigkeit (Wasser) aus dem hypotonen Extrazellularraum in den hypertonen Intrazellularraum statt.

2 Ätiologie

Die Ursache für das gestörte Salz-Wasser-Verhältnis bei der hypotonen Dehydratation kann zum einen der Verlust hypertoner Flüssigkeit (Erbrechen, Durchfall, starkes Schwitzen), zum anderen die zu hohe Zufuhr einer hypotonen Flüssigkeit sein - zum Beispiel das Trinken von destilliertem Wasser.

3 Symptome

Die typischen Hypovolämiesymptome sind unter anderem:

Die Kreislaufsymptome wie Orthostase oder Tachykardie treten im Vergleich zur hypertonen Dehydratation zu einem relativ frühen Zeitpunkt auf, wohingegen sie bei der hypertonen Dehydratation eher in der Spätphase manifest werden.

4 Diagnose

Durch vermindertes Flüssigkeitsvolumen im Kreislauf steigt der zelluläre Anteil des Blutes relativ an, es kommt zu einer Erhöhung von Hämatokrit, Hämoglobin und Serumeiweiß. Die Serumnatriumkonzentration und die Serumosmolalität sinkt durch den verminderten Salzgehalt - bei der hypertonen Dehydratation steigen Natriumkonzentration und Serumosmolalität. Die Natriumausscheidung im Urin lässt den Schluss auf eine renale (> 20 mmol/l) oder extrarenale (< 20 mmol/l) Ursache des Natriumverlustes zu. Der ZVD ist ebenfalls erniedrigt.

5 Therapie

Zunächst sollte genug Flüssigkeit substituiert werden. Dies kann zum Beispiel mit Natriumchlorid, Ringer-Lösung oder anderen Vollelektrolytlösungen erfolgen. Weiterhin sollte unter engmaschiger Kontrolle die Serumnatriumkonzentration wieder in den normalen Bereich angehoben werden. Leichte Abweichungen des Serumnatriums sind im Bereich von 125-150 mmol/l meist symptomlos.

Bei der hypotonen Dehydratation ist besonders darauf zu achten, die Natriumsubstitution nicht zu rasch durchzuführen. Wird die Infusion zu schnell zugeführt, steigt die Serumosmolarität rapide an, wodurch es zu einem Überschießen der Natriumkonzentration über den Normalwert hinaus kommen kann. Konsekutiv wird dann Flüssigkeit aus dem Intrazellularraum in den Extrazellularraum wandern. Dies ist besonders im ZNS gefährlich , da hier der Liquordruck abfallen und dies zu zerebralen Schädigungen oder Blutungen führen kann.

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