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Hepatitis-A-Virus

Abkürzung: HAV

1 Definition

Das Hepatitis-A-Virus ist ein kleines RNA-Virus, das zur Gruppe der Picornaviridae gehört und beim Menschen die Hepatitis A auslösen kann.

2 Struktur

Das Hepatitis-A-Virus besitzt eine einzelsträngige RNA-Kette. Es besteht aus einem ikosaedrischen Nukleokapsid von ca. 27 nm Durchmesser ohne Hüllmembran. Das Virus widersteht auch höheren Temperaturen, ohne seine Integrität zu verlieren.

3 Verbreitung

Das Hepatitis-A-Virus ist weit verbreitet und relativ häufig. Der Mensch ist sein ausschließlicher Wirt. In den westlichen Ländern wird die Infektionsrate bei Kindern auf etwa 5 % geschätzt, in Entwicklungsländern oder Ländern mit niedrigen hygienischen Standards liegt sie deutlich höher.

4 Infektionswege

Die Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus erfolgt typischerweise fäkal-oral, in seltenen Fällen auch parenteral. Vor allem rohe oder ungenügend gekochte Lebensmittel sowie kontaminiertes Trinkwasser sind häufige Infektionsquellen. Infizierte Patienten scheiden die Viren auch über Speichel, Stuhl und Urin aus. Damit besteht die Gefahr einer Schmierinfektion oder einer Weitergabe durch körperlichen Kontakt.

5 Immunisierung

Gegen Oberflächenantigene des Hepatitis-A-Virus stehen Totimpfstoffe zur Verfügung. Laut STIKO wird sie als Indikationsimpfung empfohlen für:

  • Personen mit einem Sexualverhalten mit erhöhtem Expositionsrisiko; z.B. Männer, die Sex mit Männern haben (MSM)
  • Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen (intravenöser Drogenkonsum, Hämophilie) oder mit Krankheiten der Leber
  • Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Men-schen mit Verhaltensstörung oder Zerebralschädigung.
  • Personen mit erhöhtem beruflichen Expositionsrisiko (z.B. Gesundheitsdienst, Personen mit Abwasserkontakt, Tätigkeit in Kindertagesstätten, Kinderheimen, Behindertenwerkstätten, Asylbewerberheimen)
  • Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-A-Inzidenz

Zur Impfung gegen Hepatitis A stehen in Deutschland monovalente Impfstoffe (Havrix 720 Kinder, Havrix 1440, VAQTA Kinder, VAQTA, HAVpur) sowie Kombinationsimpfstoffe mit Typhus (VIATIM) und Hepatitis B (Twinrix) zur Verfügung. Bei Letzterem ist zu beachten, das eine einzelne Dosis keinen ausreichenden Schutz gewährleistet, sodass erst bei einer zweiten Dosis von einem ca. 1 Jahr andauernden Schutz ausgegangen werden kann. Die dritte Dosis nach 6-12 Monaten verleiht einen anhaltenden Schutz. Bei Erwachsenen kann bei einer bevorstehenden Reise auch ein verkürztes Schema (Tag 0, 7 und 21) durchgeführt werden. Um die Impfserie abzuschließen, ist eine vierte Dosis nach 12 Monaten notwendig.

Bei Verwendung von anderen Hepatitis-A-Impfstoffen besteht bereits nach der ersten Dosis ein Schutz für ca. ein Jahr. Für einen anhaltenden Schutz ist eine zweite Dosis nach mindestens 6-12 Monaten notwendig.

Zur Postexpositionsprophylaxe kann ein monovalenter Impfstoff verwendet werden. Für Risikopatienten (beispielsweise Patienten unter Immunsuppression) steht im Notfall auch eine passive Immunisierung mit Immunglobulinen zur Verfügung, das simultan verabreicht werden kann.

Fachgebiete: Virologie

Diese Seite wurde zuletzt am 25. September 2020 um 10:49 Uhr bearbeitet.

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