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Haarlingsbefall (Katze)

1 Definition

Der Haarlingsbefall ist eine durch Haarlinge (Mallophaga) hervorgerufene und mit starkem Juckreiz einhergehende Ektoparasitose bei der Katze.

2 Ätiologie

Die Erkrankung wird durch den Haarling Felicola subrostratus (Katzenhaarling) hervorgerufen. Katzenhaarlinge sind hellgelb, beweglich und etwa 1,3 mm lang. Die Eier werden an die Haare des Wirts geklebt, wobei der komplette Entwicklungszyklus auf dem Wirt stattfindet und etwa drei bis fünf Wochen beansprucht. Da die Haarlinge bei der eigenen Fellpflege der Katze häufig verschluckt werden, sind diese unter Umständen auch im Kot zu finden.

Katzenhaarlinge gelten außerdem (neben Ctenocephalides felis) als Zwischenwirte für Bandwürmer wie Dipylidium caninum.

3 Epidemiologie

Ein Haarlingsbefall tritt vor allem bei schlecht gepflegten Jungtieren in den Wintermonaten auf, wobei die Ansteckung in der Regel durch direkten Kontakt stattfindet. Die Haarlinge leben auf der Hautoberfläche der Katzen und ernähren sich von Hautschuppen und Wundsekreten.

Abseits vom Wirt können die Haarlinge abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit etwa ein bis zwei Wochen überleben.

4 Klinik

Die klinischen Symptome sind von der Befallsstärke abhängig. Ein hochgradiger Befall führt zu Krustenbildung, Haarausfall und starkem Juckreiz. Prädilektionsstellen sind unter anderem Kopf, Hals und Rücken. In manchen Fällen können infolge der Selbstexkoriation bakterielle Sekundärinfektionen auftreten.

5 Diagnostik

Die Diagnose wird in der Regel bereits bei der gründlichen Adspektion (ggf. mit einer Lupe) gestellt. In unsicheren Fällen können die Parasiten unter dem Mikroskop sicher identifiziert werden.

6 Differentialdiagnosen

Als Differentialdiagnosen kommen unter anderem Notoedres-Räude, Cheyletiellose, Dermatophytose, Flohspeichelallergie oder Futtermittelallergie in Frage.

7 Therapie

In die Behandlung müssen unbedingt alle im Haushalt lebenden Tiere miteinbezogen werden. Zur Bekämpfung sind Antiparasitika wie z.B. Fipronil, Selamectin oder Carbamate einzusetzen.

Zusätzlich sind das Katzenklo und die Schlafplätze der Katze gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, um einem erneuten Befall vorzubeugen.

8 Quellen

  • Niemand HG (Begr.). Suter PF, Kohn B, Schwarz G (Hrsg.). 2012. Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke-Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1125-3.
  • ESCCAP. Haarlinge bei der Katze (Zugriff: 29.03.2021)

Diese Seite wurde zuletzt am 30. März 2021 um 13:29 Uhr bearbeitet.

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