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Gasterophilus

von griechisch: gaster - Magen; von griechisch: -phil - zu etwas neigend (Bezug auf die Ansiedlung von Larven im Magen
Englisch: horse bot fly

1. Definition

Als Gasterophilus bezeichnet man eine Gattung der Insekten (Insecta), deren Vertreter die Erreger der Gasterophilose (Haut- und gastrointestinale Myiasis) der Equiden sind.

2. Taxonomie

3. Epidemiologie

Ein Gasterophilus-Befall kommt bei Equiden weltweit vor. Die verschiedenen Arten sind regional unterschiedlich stark vertreten. Die Prävalenzen unterscheiden sich innerhalb der Länder, wobei in Mitteleuropa Prävalenzen von bis zu 2,5 % festgestellt wurden.

Pferde infizieren sich vorwiegend im Sommer oder Spätsommer mit den Larven.

4. Morphologie

Die Imagines sind zwischen 10 und 17 mm lang. Die Fliegen weisen unterschiedliche Färbungen auf (schwarzbraun, gelblich braun, rostgelb u.ä.). Neben dem Kopf sind auch der Thorax und das Abdomen mit dichten Borsten versehen. Typisch sind die rudimentären Mundwerkzeuge.

Die Larven sind acephal, beinlos und haben einen spindelförmigen und segmentierten Körper. Die meisten Segmente tragen am vorderen Rand 1 bis 3 Reihen charakteristischer Dornen.

5. Entwicklung

Die Weibchen legen in den Sommermonaten ihre Eier an den Haaren verschiedener Körperstellen von Pferden ab. Anschließend schlüpfen aus den Eiern die Erstlarven (L1), die auf unterschiedliche Wege in die Maulhöhle gelangen. Dort dringen sie bevorzugt in die Schleimhaut ein, wo sie sich dann (ca. 3 bis 4 Wochen später) zur Zweitlarve (L2) zu häuten. Die Zweit- sowie Drittlarven (L3) siedeln sich im Magen sowie im Dünndarm und teilweise auch im Rektum an und verursachen das klinische Bild der Gasterophilose.

Nach 8 bis 10 Monaten (im Frühjahr/Frühsommer) werden die L3 wieder mit dem Kot ausgeschieden. In der Außenwelt erfolgt im Pferdekot letztendlich die Verpuppung, die zwischen 2 und 12 Wochen lang dauert.

6. Pathogenese

Rund 70 bis 90 % der infestierten Pferde weisen einen geringen oder mittelgradigen Befall auf (1 bis 100 Larven pro Pferd). Gering oder mittelgradige Infestationen verlaufen in der Regel inapparent. Ein starker Befall hingegen geht mit Entzündungen der Maul- und Zungenschleimhaut, Kau- und Schluckbeschwerden, Erosionen, Entzündungen und Geschwüre der Magen- und Dünndarmschleimhaut einher.

Erkrankte Tiere leiden an Inappetenz, Koliken, Anämie und Kachexie.

7. Humanpathologie

Gasterophilus-Larven verursachen selten eine Myiasis beim Menschen.

8. Literatur

  • Eckert J, Friedhoff KT, Zahner H, Deplazes P. 2008. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1072-0
Stichworte: Fliege, Larve, Pferd, Zoonose

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21.03.2024, 08:59
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