Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Equine Gastric Ulcer Syndrome

Abkürzung: EGUS

1 Definition

Als Equine Gastric Ulcer Syndrome bezeichnet man einen Symptomkomplex beim Pferd, der durch Ulzerationen an der Magenschleimhaut verursacht wird.

2 Einteilung

Beim Equine Gastric Ulcer Syndrom unterscheidet man zwischen zwei Formen, die je nach Anzahl, Schweregrade und anatomischer Lage der Ulzera getroffen werden.

3 Prävalenz

Pferde in allen Einsatzgebieten und Altersgruppen können erkranken. Am häufigsten sind jedoch Renn- bzw. Sportpferde und Zuchtstuten betroffen. Hinzu kommt, dass ältere Tiere deutlich häufiger am Equine Gastric Ulcer Syndrome leiden als jüngere. Die Equine Squamous Gastric Disease tritt auch bei Pferden auf, die leichte Arbeiten verrichten und klinisch unauffällig sind. Fohlen neigen eher zur Equine Glandular Gastric Disease.

Die tiefgreifendsten Ulzerationen sind stets im Bereich des Margo plicatus ausgebildet.

4 Ätiologie

Die Ursachen für das Equine Gastric Ulcer Syndrome sind vielfältig. Einflüsse wie ein Reflux von Gallenflüssigkeit in den Magen sowie verminderter Blutfuss aufgrund von Hypotension bzw. Schockgeschehen sind oft Auslöser des Symptomkomplexes. Gleichzeitig führen hohe Pepsin- und Säureproduktion, flüchtige Fettsäuren und eine pathologische Anreicherung von Milchsäure zu Ulzerationen der Magenschleimhaut.

Neurologische Störungen, die zu einer verminderten Magenmotilität sowie erhöhtem Sympathikustonus führen, können ebenfalls ein Equine Gastric Ulcer Syndrome verursachen.

Iatrogen bedingte Ulzerationen sind meist auf Medikamentengabe zurückzuführen. Hierbei verursachen insbesondere Kortikosteroide und NSAIDs Schädigungen im Bereich der Schleimhaut. Letztere stellen vor allem bei Ponys und Fohlen Probleme dar, da sie durch die längere Halbwertszeit eine erhöhte Einwirkdauer auf die Magenschleimhaut zeigen.

Bei gesunden Adulten sollten Schmerzmittel in physiologischer Dosis keine Ulzerationen auslösen, jedoch kann es bedingt durch schwere Allgemeinerkrankungen, wie Koliken, dennoch zu Magengeschwüren kommen.

5 Risikofaktoren

Pferde neigen vor allem bei Stress zu EGUS. Zu den gängigsten Stress verursachenden Faktoren zählen u.a.:

  • Transport
  • fehlender Koppelgang (saisonal bedingt)
  • Mangel an sozialer Interaktion (z.B. Einzelhaltung)
  • Managementänderungen (Umstallungen, usw.).

Zu lange Fastenzeiten zwischen den Mahlzeiten führen zu einem Absinken des Magen-pH-Werts und folglich zu Ulzerationen. Kopper (Verhaltensstörung bei Pferden) zeigen auch ein erhöhtes Risiko an EGUS zu erkranken, da bei diesen Pferden eine höhere Gastrinkonzentration nachgewiesen werden kann.

Einen weiteren wesentlichen Risikofaktor stellt die Fütterung der Pferde dar. Tiere, die Stroh als alleinige Raufutterquelle oder mehr als 2 g/kg Körpermasse an Stärke pro Tag oder mehr als 1 g/kg Körpermasse pro Mahlzeit bekommen, neigen verstärkt dazu, an EGUS zu erkranken. Eine unzureichende Wasserversorgung am Paddock und ein Intervall zwischen den Raufuttergaben von über sechs Stunden kann das Auftreten der Erkrankung begünstigen.

6 Symptome

Pferde, die an EGUS erkrankt sind, zeigen einen veränderten Appetit (Anorexie), Koliken und Bruxismus (Zähneknirschen). Zusätzlich können Veränderungen des Wesens der Pferde und deutliche Leistungsminderung festgestellt werden. In seltenen Fällen können betroffene Pferde auch einen Gurtenzwang (Abwehrverhalten beim Anlegen des Sattels sowie Zaumzeugs) zeigen. Die Symptome sind jedoch sehr variabel, wobei sie auch nicht mit dem Schweregrad des Magengeschwürs korrelieren.

7 Diagnose

Die Gastroskopie liefert die sicherste Diagnosestellung bei EGUS. Zur Diskussion steht noch ein Sucroseabsorptionstest, dem jedoch keine klinische Studie zugrunde liegt.

8 Prophylaxe

Die beste Prophylaxe stellt eine Veränderung der Haltungsbedingungen und der Fütterung dar. Betroffene Pferde sollte ganztägig Zugang zu einer Grasweide haben. Dadurch wird einerseits die Futterproblematik gelöst, andererseits können haltungsbedingte Faktoren (mangelhafter sozialer Kontakt, Bewegung, usw.) verbessert werden. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass genug Heu (mindestens 1,5 kg/100 kg Körpermasse) verfüttert wird. Die Kraftfutterration sollte minimiert werden, wobei vor einer stärkereichen Nahrung mindestens 30 Minuten zuvor Heu verfüttert werden muss. Generell sollte man stärkehaltige Futtermittel auf mehr als zwei Mahlzeiten pro Tag aufteilen und sie mindestens vier Stunden vor und eine Stunde nach der Arbeit verfüttern.

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