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Diabetische Polyneuropathie

Englisch: diabetic polyneuropathy

1 Definition

Die diabetische Polyneuropathie ist eine Schädigung multipler Nerven (Polyneuropathie), die als Komplikation eines bestehenden Diabetes mellitus entsteht.

2 Ätiologie

Ursache der diabetischen Polyneuropathie ist eine schlechte Einstellung des Blutzuckers. Höhe des Blutzuckers und Zeit der Überhöhung korrelieren direkt mit der Entstehung der Neuropathie. Hoher Alkoholkonsum kann als eigenständiger ätiologischer Faktor eine Polyneuropathie verursachen bzw. ihre Entstehung stark begünstigen.

Im Zuge der Entstehung der diabetischen Polyneuropathie kommt es zur Einlagerung glykierter Stoffwechselendprodukte in das Nervengewebe, sodass ein schrittweiser Funktionsverlust erfolgt.

3 Symptomatik

3.1 Distale symmetrische Form

Typischerweise tritt die diabetische Polyneuropathie zuerst an den Füßen auf und steigt in der Regel symmetrisch auf. An den Füßen zeigt sich die diabetische Polyneuropathie in der Regel zuerst durch den Verlust des Vibrationsempfindens.

Die Füße sind meistens trocken, schuppig und warm. Sie neigen zu vermehrter Hornhautbildung und schmerzen meist in der Nacht. Das Schmerz- und Temperaturempfinden ist herabgesetzt. Es kommt zu Fehlstellungen des Fußes, die in Verbindung mit der begünstigten Entstehung von Wunden unter dem Begriff "Diabetischer Fuß" zusammengefasst werden.

3.2 Proximale asymmetrische Form

Die proximale asymmetrische Form der diabetischen Neuropathie kommt seltener vor und betrifft vorwiegend ältere Patienten. Dabei kommt es zur Schädigung motorischer Anteile des Plexus lumbosacralis, insbesondere des Nervus femoralis, der Nervi glutei und des Nervus obturatorius. In der Folge tritt eine Muskelatrophie auf, die auch als diabetische Amyotrophie bezeichnet wird.

3.3 Vegetative Form

Einige Verlaufsformen der diabetischen Polyneuropathie manifestieren sich vor allem an Nerven des vegetativen Nervensystems.

4 Therapie

Zur Therapie der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie werden primär Opioide eingesetzt. Als Co-Analgetika haben sich Antidepressiva (z.B. Venlaflaxin, Duloxetin, andere SNRIs) oder Antikonvulsiva bewährt.

Ziconotid (Calciumkanal-Blocker) kann als invasive Therapieoption mit Hilfe einer Pumpe intrathekal verabreicht werden. Diese Therapieoption wird aber nur äußerst selten in extremen Fällen verwendet.

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Mai 2021 um 10:11 Uhr bearbeitet.

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