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Stria terminalis

von lateinisch: stria - Rille, Vertiefung und terminalis - endständig, randständig
Englisch: terminal stria

1 Definition

Die Stria terminalis ist ein kleines, geschwungenes, markhaltiges Faserbündel des limbischen Systems, das die Amygdala mit dem Hypothalamus verbindet.

2 Anatomie

Die Stria terminalis zieht in der Rille zwischen Thalamus und Nucleus caudatus etwa C-förmig von der Amygdala zum vorderen, markarmen (grauen) Hypothalamus, zu den Nuclei septales basal des Septum pellucidum sowie zur Area preoptica im basalen Vorderhirn. Dabei verläuft sie etwa parallel zur Fornix cerebri und zur Stria medullaris thalami. Alle drei Bahnen umschreiben den Thalamus.

Die Stria terminalis und die ihr subependymal aufliegende Vena thalamostriata superior bilden die kaudolaterale Begrenzung der Pars centralis des Seitenventrikels. In der Begrenzung des Ventrikelbodens folgen hier nach medial die Lamina affixa auf dem Thalamus, der Plexus choroideus und die Fornix cerebri.

3 Funktion

Die Stria terminalis ist die wichtigste efferente Bahn der Amygdala. Ebenso wie die wesentlich kürzeren, direkt von der Amygdala zum Hypothalamus ziehenden Fibrae amygdalofugales ventrales, ist sie eine reziproke Verbindung. Der Hypothalamus unterhält viele solcher reziproken Bahnen zu telenzephalen, besonders limbischen Arealen.

Durch die Stria terminalis verlaufen Projektionen zum Hirnstamm, insbesondere zum Kreislauf-, Atem- und Brechzentrum in der Formatio reticularis. Sie wird aktiviert bei Anspannung, Stress und Sexualität.

4 Nucleus striae terminalis (BNST)

Der Nucleus striae terminalis (englisch: bed nucleus of the stria terminalis, BNST) zählte früher zu den Nuclei septales, heute gilt er als eigenständiger telencephaler Kern. Er wird von folgenden Strukturen begrenzt:

Der Nucleus striae terminalis wird bei länger andauernder Angst und der Gefahrenanalyse aktiviert. In einer plötzlich eintretenden, erschreckenden Situation mit akuter Angst, die weniger als zehn Minuten andauert, wird der BNST nicht aktiviert.

In Nagetieren konnte gezeigt werden, dass die beidseitige Durchtrennung dieser Bahn das Wiederbeschaffungsverhalten von Drogen abmildern kann.

Die zentrale Unterteilung des Nucleus striae terminalis (englisch: central subdivision of the BNST, kurz BSTc) ist sexualdimorph, also bei beiden Geschlechtern von verschiedener Gestalt. Bei Männern ist sie im Durchschnitt etwa doppelt so groß und besitzt etwa doppelt so viele Somatostatin-exprimierende Neurone wie bei Frauen. Eine Untersuchung Sexualhormon-konsumierender Transsexueller ergab, dass die Einnahme von Sexualhormonen des jeweils anderen Geschlechts auch die Veränderung der Neuronenzahl der BSTc in Richtung dieses Geschlechts bewirkt. Das lässt möglicherweise auf eine neurobiologische Grundlage für Geschlechtsidentitätsstörungen (gender identity disorder, GID) schließen.

5 Weiterführende Links

6 Quellen

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