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Ross-River-Virus

1 Definition

Das Ross-River-Virus, kurz RRV, ist ein durch Stechmücken übertragenes RNA-Virus, welches das Ross-River-Fieber verursacht.

2 Taxonomie

Das Ross-River-Virus wird taxonomisch wie folgt eingeteilt:[1]

siehe Hauptartikel: Virustaxonomie

3 Eigenschaften

Es handelt sich um ein umhülltes, kubisches RNA-Virus mit ikosaedrischem Kapsid. Das Virus weist eine positive einzelsträngige RNA auf.[2]

4 Vorkommen

Der erste Ausbruch von Ross-River-Fieber fand 1928 in Australien statt, seitdem hat der Erreger sich über die Inseln des Südpazifiks ausgebreitet. Heute kommt es in Australien zu rund 5.000 Erkrankungen im Jahr. Dabei ist die Ansteckungsrate vor allem im Sommer und Herbst am höchsten, also Jahreszeiten mit einer hohen Niederschlagsrate, da hier die Stechmücken-Population am größten ist. Dabei sind besonders Gebiete betroffen, die sich nahe geeigneter Brutstätten befinden, so zum Beispiel Feuchtgebiete, Lagunen und Sümpfe. Vereinzelt treten Infektionen auch in Indonesien und Papua-Neuguinea auf.

5 Wirt

Das natürliche Reservoir des Ross-River-Virus ist bislang (2021) nicht eindeutig identifiziert. Man geht davon aus, dass viele mögliche Wirte existieren, sowohl wilde als auch domestizierte Tiere. Dabei handelt es sich besonders um Kleinsäuger.[3] Mögliche Wirte können sein:

6 Vektor

Als Vektor fungieren in der Regel Stechmücken. Es sind bislang mehr als 40 mögliche Arten identifiziert worden, wobei Stechmücken der Gattung Aedes, Culex und Mansonia das Virus am häufigsten übertragen.[4]

7 Klinik

Nach einer Inkubationszeit von meist 7 bis 9 Tagen können unter anderem folgende Symptome auftreten:

siehe Hauptartikel: Ross-River-Fieber

8 Diagnose

Eine Infektion mit dem Ross-River-Virus kann nur im sehr frühen Stadium mittels PCR nachgewiesen werden. Eine sensiblere Methode ist der serologische Antikörpernachweis im Blutserum und Synovialflüssigkeit mittels ELISA.

Zur sicheren Diagnosenstellung müssen zwei Serumproben in einem Abstand von 10 bis 14 Tagen untersucht werden. Dabei sollten entweder die IgG-Antikörper um das vierfache des Ausgangwertes angestiegen sein, oder sich eine Serokonversion nachweisen lassen.[2]

9 Differentialdiagnostik

Differentialdiagnostisch sollte eine Infektion mit dem Barmah-Forest-Virus ausgeschlossen werden. Der Hautausschlag, der beim Ross-River-Fieber auftritt, kann einem Röteln-Exanthem ähneln.

10 Quellen

  1. NCBI Taxonomy, abgerufen am 21.10.2021
  2. 2,0 2,1 Harley D et al. Ross River Virus Transmission, Infection, and Disease: a Cross-Disciplinary Review, abgerufen am 21.10.2021
  3. Claflin SB et al. Ross River Virus: Many Vectors and Unusual Hosts Make for an Unpredictable Pathogen, abgerufen am 22.10.2021
  4. Stephenson EB et al. The non-human reservoirs of Ross River virus: a systematic review of the evidence, abgerufen am 22.10.2021

11 Literatur

  • Neumeister, B., Geiss, H. K., Braun, R. & Kimmig, P. (2009). Mikrobiologische Diagnostik: Bakteriologie - Mykologie - Virologie - Parasitologie (2., vollständig überarbeitete Aufl.). Thieme.

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Oktober 2021 um 16:45 Uhr bearbeitet.

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