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Retropharyngealabszess

Englisch: retropharyngeal abscess

1. Definition

Der Retropharyngealabszess ist eine Eiteransammlung (Abszess) im Spatium retropharyngeum (Retropharyngealraum).

2. Epidemiologie

Von einem Retropharyngealabszess sind vor allem Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr betroffen.

3. Ätiopathogenese

Ein Retropharyngealabszess entsteht durch Infektionsherde im Nasopharynx, z.B. durch Infektionen der Nasennebenhöhlen, der Nase oder der Tonsilla pharyngea. Dabei kommt es zu einer Abszedierung der Lymphknoten im Retropharyngealraum.

4. Erregerspektrum

Ein Retropharyngealabszess kann unter anderem von folgenden Erregern verursacht werden:

Als weitere Erreger kommen Haemophilus parainfluenzae and Bartonella henselae in Frage.

5. Klinik

Ein Retropharyngealabszess führt zu plötzlich einsetzenden Halsbeschwerden. Durch die Ausdehnung des Abszess kommt es zu Problemen beim Schlucken, die zur einer Verweigerung von Nahrung führen können. Weiterhin ist die Nasenatmung beeinträchtigt und die Körpertemperatur leicht erhöht. Ggf. kann ein Stridor hörbar sein.

Der Kopf wird häufig leicht schief gehalten. Zusätzlich kann eine Nackensteifigkeit auftreten.

6. Diagnostik

Bei der Inspektion des Rachens zeigt sich eine Schleimhautvorwölbung an der Hinterwand. Die Vorwölbung ist entweder von prall-elastischer Konsistenz oder fluktuiert. Die Lymphknoten dorsal des Musculus sternocleidomastoideus sind vergrößert.

Im Labor sieht man eine Leukozytose und ein erhöhtes CRP.

Seitliche Röntgenaufnahmen der Halsregion in Hyperextension zeigen herdförmig aufgelockertes prävertebrales Bindegewebe und eine Aufhebung der normalen Halswirbelsäulenlordose. Unter Umständen lässt sich Luft im prävertebralen Gewebe nachweisen. Um die Abszessausdehnung genau zu lokalisieren, ist in der Regel eine Computertomographie notwendig.

7. Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch kommt ein "kalter" Retropharyngeabszess in Frage, der aus einer Tuberkulose der Halswirbelkörper resultieren kann.

8. Komplikationen

Mögliche Komplikationen sind:

9. Therapie

Die Therapie besteht in der Inzision der Hinterwand des Rachens. Diese sollte bei zurückgebeugtem Kopf durchgeführt werden, um das Aspirationsrisiko zu verringern.

Eine Tonsillektomie ist indiziert, wenn der Abszess nicht gespalten werden kann.

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Astrid Högemann
Arzt | Ärztin
Dr. Frank Antwerpes
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21.03.2024, 09:09
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