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Parasympathomimetikum

Synonyme: Parasympathikomimetikum, Cholinergikum
Englisch: parasympathicomimetic

1 Definition

Als Parasympathomimetika werden Substanzen bezeichnet, welche die Wirkung des Parasympathikus verstärken.

2 Grundlagen

Der Parasympathikus ist ein Teil des autonomen Nervensystems. Er ist der Gegenspieler des Sympathikus. Der Transmitter des Parasympathikus ist Acetylcholin (ACh). Dieser Transmitter wirkt auf postsynaptische Rezeptoren.

Im menschlichen Körper gibt es M-Cholinorezeptoren und N-Cholinorezeptoren.

Wird an den genannten Synapsen Acetylcholin ausgeschüttet, führt dies über die Rezeptoren zu einer Permeabilitätsänderung der Zellmembran der nachgeschalteten Nervenzelle (Neuron). Es kommt zu einem Aktionspotential durch Depolarisation dieses Neurons.

Cholinesterasen, die sich im synaptischen Spalt befinden, spalten Acetylcholin in Cholin und Acetat. Cholin wird wieder in das Neuron aufgenommen ("Re-Uptake").

3 Wirkungsweise

Parasympathomimetika wirken analog zu Acetylcholin, d.h. verstärkend auf das (cholinerge) parasympathische System. Man unterscheidet direkte und indirekte Parasympathomimetika.

3.1 Direkte Parasympathomimetika

Direkte Parasympathomimetika wirken wie Acetylcholin, in dem sie die Wirkung von Acetylcholin an den M-Cholinorezeptoren substituieren. Zu ihnen zählen:

3.2 Indirekte Parasympathomimetika

Indirekte Parasympathomimetika wird nicht auf die Rezeptoren, sondern über Hemmung der Cholinesterase. Dadurch kommt es zu einem langsameren Abbau von Acetylcholin im synaptischen Spalt. Der Transmitter entfaltet seine Wirkung über eine längere Zeit. Zu den indirekten Parasympathomimetika zählen:

Parasympatholytika haben den gegenteiligen Effekt. Sie sind anticholinerg und heben die Wirkung von Parasympathikomimetika auf.

4 Indikation

Die Gabe von Parasympathomimetika ist indiziert, wenn eine stärkere Parasympathikusaktivität gewünscht ist: z.B. bei Darm- und Blasenatonie, paralytischem Ileus, Glaukom oder Myasthenia gravis.

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