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Nebennierenmark

Synonyme: Medulla glandulae suprarenalis, NNM
Englisch: adrenal medulla, adrenal marrow

1 Definition

Das Nebennierenmark bildet den kleinsten Teil der Nebenniere. Es handelt sich um ein sympathisches Paraganglion, das aus chromaffinen Zellen besteht, die aus L-Tyrosin die Katecholamine Adrenalin (80%) und Noradrenalin (20%) synthetisieren.

2 Histologie

Im Nebennierenmark lassen sich zwei Typen chromaffiner Zellen unterscheiden:

  • Typ 1 ("A-Zelle", "Epinephrocytus") besitzt große chromaffine Granula, die einen Durchmesser von 100-300 nm besitzen. Sie enthalten Adrenalin. A-Zellen stellen etwa 80% der chromaffinen Zellen.
  • Typ 2 ("N-Zelle", "Norepinephrocytus") ist mit kleinen, sehr dichten Granula gefüllt, die Noradrenalin enthalten. N-Zellen vertreten rund 20% der chromaffinen Zellen.

Die chromaffinen Zellen sind in Form von Gruppen oder Zellsträngen um erweiterte Kapillaren oder Venolen angeordnet. Darüber hinaus enthält das Nebennierenmark Bindegewebe, multipolare sympathische Ganglienzellen, undifferenzierte Sympathikoblasten und Nervenfasern.

Die starke Durchblutung der Nebennieren garantiert einen raschen Übergang der Hormone ins Blut. Das Blut fließt über Sinusoide von der Rinde ins Mark, sodass das es hohen Rindhormonen-Konzentrationen ausgesetzt wird. Auf diese Weise kann Cortisol die Katecholaminausschüttung beeinflussen.

3 Innervation

Die multipolaren Ganglienzellen des Nebennierenmarks werden von präganglionären sympathischen Nervenfasern aus dem Nervus splanchnicus major und dem Nervus splanchnicus minor innerviert.

4 Embryologie

Die Zellen des Nebennierenmark entstammen der ektodermalen Neuralleiste und wandern im Laufe der Embryogenese in die Nebenniere ein.

5 Klinik

Eine Überfunktion durch vermehrte Ausschüttung von Katecholaminen wird durch einen Tumor des NNM, das so genannte Phäochromozytom, verursacht.

siehe auch: Nebennierenrinde

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