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Osteochondrale Läsion der Schulter

Synonyme: Osteochondrale Läsion des Schultergelenks, osteochondrale Verletzung der Schulter, osteochondraler Defekt der Schulter, Osteochondrosis dissecans der Schulter
Englisch: osteochondral injury of the shoulder, osteochondral defect, osteochondral lesion, osteochondritis dissecans

1. Definition

Die osteochondrale Läsion der Schulter, ist eine traumatische Verletzung der Gelenkflächen des Schultergelenks, das heißt von Humeruskopf und/oder Cavitas glenoidalis.

2. Epidemiologie

Eine osteochondrale Läsion (OCD) im Schultergelenk tritt meist bei Personen zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr auf. Männer sind häufiger betroffen.

3. Ätiologie

Ursache einer osteochondralen Läsion ist eine Scherverletzung der Gelenkoberfläche.

4. Verletzungsmuster

Eine OCD ist häufig mit anderen Verletzungen assoziiert. Dazu zählen:

Sehr häufig befinden sich kranial, medial und ventral am Humeruskopf Knorpelläsionen. Dabei ist oft ein Zusammenhang mit einer Tendinopathie der langen Bizepssehne plausibel. Weiterhin ist ein in den Recessus articularis umgeschlagener Knorpelflap charakteristisch, der gehäuft bei Schulterinstabilität vorkommt.

5. Klinik

Eine OCD der Schulter führt zu Schulterschmerzen. Freie Gelenkkörper können zu einer Gelenkblockierung mit Bewegungseinschränkung führen.

6. Klassifikation

Wie bei allen osteochondralen Läsionen erfolgt eine Einteilung nach Outerbridge oder ICRS. Vereinfacht werden folgende Grade unterschieden:

  • Grad 1: kein Defekt (Knorpelerweichung intraoperativ)
  • Grad 2: Läsionstiefe < 50 % der Knorpeldicke
  • Grad 3: Läsionstiefe > 50 % der Knorpeldicke
  • Grad 4: Knorpeldefekt in voller Tiefe mit darunterliegenden Knochenveränderungen

7. Diagnostik

7.1. Konventionelles Röntgen

Eine osteochondrale Läsion ist im konventionellen Röntgenbild nicht erkennbar.

7.2. Computertomographie

In der Computertomographie (CT) kann möglicherweise eine subchondrale Zyste oder eine Sklerosezone auffallen.

Bei der CT-Arthrographie füllt das Kontrastmittel den fokalen Knorpeldefekt aus. Weiterhin kann ein chondraler Gelenkkörper auffallen.

7.3. Magnetresonanztomographie

In der Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt sich in in der PDw-FS eine mit hyperintenser Flüssigkeit-gefüllte fokale Knorpelläsion entlang der Gelenkfläche von Humeruskopf oder Cavitas glenoialis sowie eine darunterliegende subchondrale Knochenverletzung, ggf. mit Knochenödem und subchondraler Zystenbildung. Weiterhin können freie Gelenkkörper auffallen.

Das MR-Arthrogramm ist die sensitivste Untersuchung zur Erkennung von Knorpeldefekten, chrondralen Gelenkkörpern sowie Labrumrissen.

8. Differenzialdiagnosen

9. Therapie

Bei anhaltenden Schmerzen ist in der Regel eine Operation indiziert. Neben Débridement und Lavage kommen bei großen Läsionen Mikrofrakturierung, Mosaikplastik und OATS (osteoartikuläre Transplantation) in Frage.

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