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Nitroscanat

Handelsnamen: Lopatol®, Excanat®
Synonym: 4-isothiocyano-4'-nitrodiphenyläther, Nitroscanatum
Englisch: nitroscanate

1 Definition

Nitroscanat ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Isothiocyanate, der sowohl cestodizide als auch nematodizide Eigenschaften aufweist. Er wird in der Veterinärmedizin eingesetzt.

2 Chemie

Nitroscanat ist ein Anthelminthikum, das in gelblicher, kristalliner und in Wasser unlöslicher Form vorliegt. Der Arzneistoff hat die Summenformel C13H8N2O3S und eine molare Masse von 272,28 g/mol.

3 Wirkmechanismus

Der genaue Wirkmechanismus von Nitroscanat ist zur Zeit (2020) noch unklar. Die antiparasitäre Wirkung beruht vermutlich auf einer Entkopplung der mitochondrialen oxidativen Phosphorylierung.

4 Pharmakokinetik

Nach peroraler Applikation wird Nitroscanat nur schlecht resorbiert. Nach etwa 24 Stunden werden die maximalen Plasmakonzentrationen erreicht. Wird der Wirkstoff zusammen mit Futter verabreicht, kann eine deutlich bessere Resorption und somit auch eine höhere Blutkonzentration erreicht werden.

Nitroscanat wird größtenteils über den Kot und Urin ausgeschieden.

5 Indikation

Nitroscanat wird oral verabreicht und weist ein gutes Wirkungsspektrum gegen Nematoden und einigen Cestoden auf. Der Arzneistoff kommt hauptsächlich bei Hunden und Katzen zum Einsatz:

Gruppe Parasiten
Nematoden
Cestoden

6 Dosierung

Je nachdem, in welcher Form das Nitroscanat vorliegt (mikronisiert vs. nicht-mikronisiert), müssen unterschiedliche Dosierungen eingehalten werden. Folgende Dosierungsangaben beziehen sich auf die mikronisierte Form bei oraler Verabreichung.

Dosis Parasit
Hund
50 mg/kgKG (Wiederholung nach 24 Stunden) Toxocara canis
50 mg/kgKG (Wiederholung nach 24 Stunden) Toxascaris leonina
200 mg/kgKG (zweimalige Wiederholung nach 5-6 Tagen) Strongyloides stercoralis
16 mg/kgKG Taenia hydatigena
Katze
50 mg/kgKG

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Nebenwirkungen

Da Nitroscanat lokale Irritationen des Gastrointestinaltrakts verursacht, kommt es bereits bei therapeutischen Dosen zu Nebenwirkungen wie Inappetenz, Erbrechen und Durchfall. Die Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen kann durch ein 12 bis 24 stündiges Fasten vor der anthelminthischen Therapie reduziert werden.

Hohe Dosierungen können beim Hund zu leichten Tranquilizer-Effekten führen, die bis zu 72 Stunden anhalten können.

8 Kontraindikation

Nitroscanat darf nicht bei Tieren mit eingeschränkter Leberfunktion angewendet werden.

9 Zulassung

Nitroscanat besitzt in Österreich keine Zulassung als Endoparasitikum und kann daher im Rahmen eines Therapienotstandes mithilfe der Kaskadenregelung umgewidmet werden.

10 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Juli 2020 um 10:59 Uhr bearbeitet.

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