Laktation (Hund)
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Definition
Die Laktation beim Hund bezeichnet die physiologische Produktion und Sekretion von Milch durch die Milchdrüsen der Hündin zur Ernährung der Welpen. Sie ist Teil des reproduktiven Zyklus und beginnt unmittelbar nach der Geburt beziehungsweise bereits kurz pränatal.
Physiologische Grundlagen
Die Laktation wird hormonell gesteuert und ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels mehrerer Hormone:
- Progesteron: fällt präpartal abrupt ab und ermöglicht den Beginn der Milchsekretion
- Prolaktin: Hauptverantwortlich für Milchbildung und -erhalt
- Oxytocin: verantwortlich für den Milchejektionsreflex durch Kontraktion der Myoepithelzellen
Die maximale Milchproduktion wird in den ersten zwei bis drei Wochen post partum erreicht und passt sich dem Bedarf der Welpen an.
Zusammensetzung der Milch
Die Muttermilch der Hündin ist reich an:
- Proteinen
- Fetten
- Laktose
- Immunglobulinen
Das Kolostrum, welches in den ersten Lebenstagen gebildet wird, enthält hohe Konzentrationen an maternalen Antikörpern und ist essenziell für die passive Immunität der Welpen.
Klinische Aspekte
Normale Laktation
Eine physiologische Laktation ist gekennzeichnet durch:
- pralle, schmerzlose Milchdrüsen
- klare bis weißliche Milchsekretion
- ungestörtes Säugeverhalten der Welpen
Störungen der Laktation
Häufige pathologische Zustände sind:
- Agalaktie: fehlende Milchproduktion
- Hypogalaktie: unzureichende Milchmenge
- Galaktorrhoe: persistierende Milchsekretion ohne Trächtigkeit
Ursachen können hormonelle Dysbalancen, Stress, unzureichende Ernährung oder systemische Erkrankungen sein.
Mastitis
Die Mastitis stellt eine häufige Komplikation dar und äußert sich durch:
- schmerzhafte, überwärmte Milchdrüsen
- veränderte Milch (eitrig, blutig)
- Allgemeinsymptome wie Fieber und Apathie
Sie erfordert eine zeitnahe tierärztliche Behandlung.
Scheinträchtigkeit
Bei der Hündin ist die Scheinträchtigkeit (Pseudogravidität) ein häufiges Phänomen. Durch anhaltend erhöhte Prolaktinspiegel kann es auch ohne Trächtigkeit zu einer Laktation kommen. Klinisch zeigt sich dies durch Milchbildung, Nestbauverhalten und Verhaltensänderungen.
Diagnostik
Die Diagnostik basiert auf:
- klinischer Untersuchung der Milchdrüsen
- hormoneller Beurteilung bei Verdacht auf Störungen
- mikrobiologischer Untersuchung der Milch bei Mastitisverdacht
Therapie und Management
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache:
- Optimierung der Fütterung und Flüssigkeitszufuhr
- medikamentöse Prolaktinhemmung (z. B. Dopaminagonisten) bei pathologischer Laktation
- antibiotische Therapie bei bakterieller Mastitis
Eine enge Überwachung von Hündin und Welpen ist essenziell.
Literatur (APA 7)
Concannon, P. W. (2011). Reproductive cycles of the domestic bitch. Animal Reproduction Science, 124(3–4), 200–210. https://doi.org/10.1016/j.anireprosci.2010.08.028
DocCheck Flexikon. (o. J.). Laktation. DocCheck Medizinlexikon.
Johnston, S. D., Root Kustritz, M. V., & Olson, P. N. S. (2001). Canine and feline theriogenology. Saunders.