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Krongelenkpunktion (Pferd)

Synonym: Intrasynoviale Punktion des Krongelenks

1. Definition

Die Krongelenkpunktion ist eine Methode der Gelenkpunktion beim Pferd, die sowohl im Rahmen der Diagnostik als auch zu therapeutischen Zwecken durchgeführt wird.

2. Indikation

Das Krongelenk wird entweder während der Lahmheitsdiagnostik (z.B. Gewinnung von Synovia zur zytologischen Beurteilung oder Injektion von Mepivacain zur Gelenkanästhesie) oder im Rahmen einer intraartikulären Therapie (z.B. Injektion von Antibiotika aufgrund einer septischen Arthritis) punktiert.

3. Anatomie

Das Krongelenk ist ein Sattelgelenk, das Extensions- und Flexionsbewegungen zulässt. Die Gelenkkapsel ist dünnwandig und mit zwei Ausbuchtungen (Recessus) versehen. Neben dem Recessus dorsalis ist noch ein Recessus palmaris ausgebildet. Die dorsale Ausbuchtung liegt dabei direkt unter der gemeinsamen Strecksehne und kann daher einfach punktiert werden.

4. Vorbereitung

Bevor eine Synovialstruktur punktiert wird, muss die betreffende Region unbedingt aseptisch vorbereitet werden. Hierfür wird der betreffende Bereich geschoren und anschließend gründlich mit einer Desinfektionslösung (z.B. Chlorhexidin-Seife) gewaschen. Anschließend ist der Punktionsbereich sorgfältig mit 70%igem Alkohol vorzubereiten.

Alle für die Punktion notwendigen Utensilien (z.B. Kanüle, Einwegspritzen u.ä.) sind steril vorzubereiten und herzurichten. Die Punktion führt man einer 20- oder 22-G-Kanüle durch. Dabei sind sterile Einweghandschuhe zu tragen.

5. Durchführung

Das Krongelenk wird entweder von dorsal, lateral oder von palmo- bzw. plantolateral punktiert. Die dorsale Punktion kann entweder median (durch die Strecksehne hindurch) oder paramedian (etwa 15 mm seitlich der Medianebene) vorgenommen werden. Der Gelenkspalt ist vorher zu palpieren, um die korrekte Einstichstelle lokalisieren zu können. Anschließend wird die Kanüle leicht gewinkelt in das Gelenk vorgeschoben.

6. Beurteilung

Synovia lässt sich (ähnlich der Hufgelenkpunktion) nur bei pathologisch gefülltem Krongelenk gewinnen. Alternativ kann auch eine Spülprobe (Injektion von 3 bis 4 ml steriler NaCl-Lösung und sofortige Aspiration) durchgeführt werden. Die Probe ist dann in ein EDTA-Blutröhrchen, auf einem Objektträger und zur weiterführenden bakteriologischen Untersuchung in einem Nährmedium aufzufangen.

Die gewonnene Synovia wird je nach Fragestellung sowohl makroskopisch als auch zytologisch und bakteriologisch aufbearbeitet.

7. Wirkstoffe

Neben der Gewinnung von Synovia wird das Krongelenk auch im Rahmen der Lahmheitsdiagnostik punktiert. Hierfür wird oftmals Mepivacain intraartikulär injiziert, um schmerzhafte Prozesse innerhalb der Gelenkkapsel anästhesieren zu können. Zusätzlich wird das Gelenk auch zur Durchführung intraartikulärer Therapien punktiert. Abhängig von der Erkrankung können Antibiotika (z.B. Amikacin bei septischen Arthritiden) oder auch Antiphlogistika (z.B. Triamcinolon bei Krongelenkarthrose) injiziert werden. Alternativ werden auch chrondroprotektive Wirkstoffe (z.B. Glukosaminoglykane oder Hyaluronsäure) oder regenerativmedizinische Lösungen (z.B. IRAP oder PRP) appliziert.

Da die Gelenkkapsel eng das Gelenk umgibt, können meist nur zwischen 4 und 6 ml in das Gelenk gespritzt werden.

8. Literatur

  • Baxter GM. 2011. Adams and Stashak's Lameness In Horses. Sixth edition. Wiley-Blackwell Publishing, Ltd. ISBN: 978-0-8138-1549-7/2011.

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