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Kontaktdermatitis

(Weitergeleitet von Kontaktekzem)

Synonym: Kontaktekzem

1 Definition

Eine Kontaktdermatitis bzw. ein Kontaktekzem ist eine nichtinfektiöse entzündliche Hauterkrankung. Sie stellt eine irritative oder allergische Reaktion auf den Kontakt mit einer exogenen Noxe dar.

2 Hintergrund

Die Kontaktdermatitis gehört zusammen mit dem atopischen Ekzem, der seborrhoischen und der nummulären Dermatitis zum Formenkreis der Dermatitis- bzw. Ekzemerkrankungen. Ekzeme führen zu einer gestörten Homöostase der Haut, wodurch die Toleranz gegenüber weiteren Noxen abgeschwächt und die Entstehung immunologischer Sensibilisierungen erleichtert wird.

3 Nomenklatur

Die Begriffe Ekzem und Dermatitis werden häufig synonym verwendet, z.T. wird mit Dermatitis eine akute Hauterkrankung mit rascher Rückbildung bezeichnet, während Ekzem sich auf einen chronischen Verlauf bezieht.

4 Einteilung

4.1 nach Pathogenese

Bei der Kontaktdermatitis unterscheidet man je nach Pathogenese zwischen:

4.2 nach Verlauf

  • akute Kontaktdermatitis
  • chronische Kontaktdermatitis
Irritativ  Allergisch
Sensibilisierung Nein Ja
Latenzzeit  Je nach Intensität nach 3 - 12h Bei Sensibilisierung 24 - 96 h
Symptome Eher Brennen, Schmerzen Eher Juckreiz
Ausbreitung Nur am Expositionsort Streuherde möglich
Pathohistologie  Epidermale Nekrose  Spongiose, T-Zellen

5 Klinik

5.1 Akute Kontaktdermatitis

Unabhängig vom Auslöser zeigen akute Kontaktdermatitiden einen phasenhaften Verlauf mit zeitlich gestaffelten Stadien (metachrone Polymorphie), wobei nicht jede durchlaufen werden muss:

  • Stadium erythematosus et oedematosum: Im Expositionsbereich entwickelt sich eine Hautrötung und ödematöse Schwellung.
  • Stadium vesiculosum bzw. bullosum: Bildung von intraepidermalen Bläschen oder Blasen, die schnell platzen, sodass Erosionen entstehen.
  • Stadium madidans: erodierte, entzündlich gerötete und nässende Flächen
  • Stadium crustosum: Eintrocknung des Sekrets zu Krusten
  • Stadium squamosum: Heilungsphase mit Abstoßung der Krusten und vorübergehender Schuppenbildung
  • Resterythem: Regeneration der Haut mit nur geringfügiger Rötung

5.2 Chronisches Kontaktekzem

Bei einem chronischen Kontaktekzem treten die verschiedenen Hauterscheinungen (entzündliche Rötung, Hautverdickung, Bläschen, Krusten, Schuppen) zeitgleich auf (synchrone Polymorphie). Zeichen der akuten Entzündung sind dabei gering ausgeprägt, während die chronische Infiltration mit Lichenifikation und ggf. Rhagaden im Vordergrund steht.

6 Diagnose

Es ist eine sorgfältige Diagnostik (v.a. Epikutantest) erforderlich, um das auslösende Kontaktallergen zu identifizieren.

7 Therapie

Durch konsequente Allergenvermeidung bilden sich die Symptome meistens innerhalb kurzer Zeit zurück. Eine erneuter Kontakt kann aber auch nach Jahren noch zu einem Rezidiv führen. Zur symptomatischen Behandlung empfehlen sich je nach Indikation:

8 Weblinks

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Dezember 2019 um 16:55 Uhr bearbeitet.

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