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Kisspeptin

1 Definition

Kisspeptin ist ein Peptidhormon, das in der Lage ist, die Metastasierung von Tumorzellen zu unterdrücken. Es spielt eine entscheidende Rolle für die Initiierung der Pubertät.

2 Genetik

Kisspeptin wird durch das KISS1-Gen auf Chromosom 1 (Genlokus 1q32.1) kodiert. Nach Translation entsteht ein Peptid aus 54 Aminosäuren, das proteolytisch modifiziert wird, sodass u.a. Kisspeptin-13 und Kisspeptin-14 entstehen.

3 Vorkommen

Kisspeptin wird insbesondere im Hypothalamus gebildet:

Weiterhin wird Kisspeptin in der Amygdala sowie im Hippocampus (Gyrus dentatus) exprimiert. Außerhalb des Gehirns findet man eine Synthese von Kisspeptin in der Nebennierenrinde und im Pankreas.

4 Biochemie

Kisspeptin ist ein Ligand des G-Protein-gekoppelten Rezeptors GPR54. Die Bindung führt zur Hydrolyse von PIP2, zur intrazellulären Calciummobilisation, zur Freisetzung von Arachidonsäure sowie zur Phosphorylierung von ERK1, ERK2 und p35.

5 Funktionen

5.1 Pubertät

Kisspeptin aktiviert parvizelluläre Neurone im Hypothalamus, die Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) freisetzen. GnRH bewirkt wiederum die Freisetzung von LH und FSH aus der Hypophyse und somit die Geschlechtsreifung und Gametogenese. Damit spielt Kisspeptin eine wichtige Rolle während der Pubertät, insbesondere als Initiator dieser Entwicklungsphase.

5.2 Entwicklung

Kisspeptin wird während der Schwangerschaft vemehrt in der Plazenta gebildet. Gleichzeitig ist die Expression von GPR54 in der Plazenta zu Beginn der Schwangerschaft erhöht. Vermutet wird ein Zusammenhang mit dem invasiven Wachstum der Trophoblastzellen.

5.3 Weitere Funktionen

In der Nebennierenrinde spielt Kisspeptin eine wichtige Rolle bei der Aldosteronsekretion. Des Weiteren stimuliert Kisspeptin die Freisetzung von Insulin.

6 Klinik

Kisspeptin spielt eine wichtige Rolle als Tumorsuppressor, insbesondere beim malignem Melanom und beim Mammakarzinom. Wird das Molekül in einer Tumorzelle exprimiert, reduziert es die Wahrscheinlichkeit, dass die Krebszelle metastasiert.

Mutationen des KISS1- oder des GPR54-Gens führen zu einem hypogonadotropen Hypogonadismus. Folglich kommt es zu einem Ausbleiben der Pubertät.

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Juni 2020 um 17:18 Uhr bearbeitet.

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